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Pflanzen - Index | ||
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Die Liliaceae s.l. werden derzeit, soweit sie Österreich betreffen in 9 Familien aufgeteilt. Samenbau, Embryologie und Phytochemie zeigen, das manche Merkmale konvergent entstanden sind und viele bisher zusammengefasste Einheiten nicht näher miteinander verwandt sind. Deshalb werden zunehmend die Unterfamilien in den Rang von Familien erhoben, die sich zum Teil als derart wenig miteinander verwandt erweisen, dass sie zusätzlich noch auf 3 verschiedene Ordnungen (Dioscoreales, Asparagales, Liliales) verteilt werden müssen.
Gemeinsam ist den Liliaceae s.l. der radiäre Blütenbau.
Das Perigon ist verwachsen oder frei, meist 6-zählig, ebenso die Staubblätter.
Der Stempel besteht aus 3 miteinander verwachsenen Fruchtblätter.
Der Fruchtknoten ist oberständig, die Frucht eine Kapsel oder eine Beere.
Die systematische Gliederung erfolgt durch besondere Formen der Wurzeln, Früchte,
Inhaltsstoffe etc. Der Blütenbau ist von geringem systematischen Wert!
Die Familien mit den auch im Gasteinertal vorkommenden Vertretern werden folgenden Ordnungen zugeteilt:
Die Ordnung der Spargelartigen - Asparagales enthalten die Familie der Maiglöckchengewächse - Convallariaceae - die Hyazinthengewächse - Hyacinthaceae - (früher: Scilloideae), sowie die Lauchgewächse - Alliaceae - (früher: Allioideae).
Die Lilienartigen - Liliales - beinhalten die Germergewächse - Melanthiaceae - (früher: Veratroideae und Melanthoideae) und die eigentlichen Liliengewächse - Liliaceae - (früher: Lilioideae).
Hier sollen die Maiglöckchengewächse - Convallariaceae - als eigene Familie
ausgegliedert werden.
Die Trilliaceae kennen im Gasteinertal keinen Vertreter, den die Einbeere - Paris quadrifolia - wird neuerdings den Germergewächsen zugerechnet.
Die Amaryllidaceae und die - Iridaceae - wurden immer schon als eigene Familie angesehen.
Blatt streifennervig z.T. netzadrig, meist grundständig.
Raphidenbündel meist fehlend, Wurzel selten spindelartig verdickt. Keine Blattsukkulenz.
Blüte radiär bis schwach zygomorph.
Gynoeceum meist 3 Fruchtblätter, verwachsen, Fruchtknoten noch oberständig,
häufig Septalnektarien.
Allgemeine Blütenformel: P3+3 A3+3 G(3)obst
Frucht
Kapselfrucht. Das Endosperm vom Samen ist hornig bis fleischig mit Öl,
Eiweiß und Reservecellulose (nicht mehlig - keine Stärke).
Kein Phytomelan in der Samenschale.
Arten der im Gasteinertal vorkommenden
Liliengewächse i.w.S.
nach Familien geordnet . . .
| ARCHIV - Beschreibung einzelner Arten | ||
| Alliaceae | ||
| Die Lauchgewächse - Alliaceae - wurden vorher als U-Familie (Allioideae) geführt. Sie überdauern mit einer Zwiebel und haben scheindoldige Blütenstände. Ihr charakteristischer Geruch verursacht durch die schwefelhaltigen Lauchöle ist ein Kennzeichen dieser Familie, kommen aber auch bei den Themidaceae vor. | ||
| Allium schoenoprasum (Alpen-)Schnittlauch ◊ Bild-Galerie |
Blütenstand ohne Brutzwiebeln, die inneren Staubfäden ohne Zahn. Doldenhülle 2-blättrig, mehr oder weniger
gleich lang, nie länger als die Dolde. Blüte röhrig hohl, Perigon purpurviolett, selten weiß, deutlich länger
als die Staubblätter. Blatt und Stängel gleichmäßig rund, nicht aufgeblasen. Wuchshöhe: 15 - 40.
Sickerfeuchte Steinschuttfluren.
2 U-Arten können unterschieden werden. Fundort auf 1900 m Seehöhe, vermutlich Allium sibiricum - subalpin bis alpin (Eiszeitrelikt). Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Paarseenweg/Dorfgastein am 16.8.2004 |
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| Liliaceae | ||
| Die Liliengewächse nun abgegrenzt als Familie im engeren Sinn - Liliaceae i. e. S. (vorher U-Familie: Lilioideae) haben als Überdauerungsorgane immer Zwiebeln. Die Blüte ist radiär bis schwach zygomorph, das Blatt streifennervig. Das Perigon ist verwachsen oder kann frei sein, meist ist es 6-zählig, ebenso die Staubblätter. Der Stempel besteht aus 3 miteinander verwachsenen Fruchtblätter. Der Fruchtknoten ist oberständig. Die Frucht ist eine Kapsel oder Beere. | ||
| Gagea lutea Wald-Gelbstern ◊ Bild-Galerie |
Staubbeutel am Grund dem Staubfaden angeheftet. Laubblatt nicht gefleckt. Griffel
deutlich ausgebildet, Narbe nicht sitzend. Blüte aufrecht oder waagrecht abstehend
(nicht nickend). Perigonblatt 1-2 cm, innen gelb (selten weißlich), ohne Nektardrüsen.
zur Spitze hin gelblichgrün und abgerundet. Grundblatt flach, 7-10 mm breit, zur Spitze hin rinnenförmig
(Kapuzenspitze), Blütenstiel kahl. Nur 1 (2) Grundblatt, rein grün.
In den Alpen gefährdet.
Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Sagenweg/Dorfgastein am 18.4.2004 |
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| Lilium martagon Türkenbund-Lilie ◊ Bild-Galerie |
Blüte hellpurpurn mit dunklen Flecken. Sechs zurückgeschlagene Blütenblätter
("Turban").
Blüten in Trauben, nickend. Die mittleren Blätter fast quirlig, länglich-spatelförmig.
Wuchshöhe: 40 - 100 cm. Selten!
Rehe verzerren die Knospen als besondere Leckerbissen, was zu ihrer Dezimierung stark beiträgt. Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Präaualmweg 22.07.2001 // Astenalm/Gasteinertal 06.07.2007 |
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| Lloydia serotina Späte Faltenlilie |
Blüte weiß, endständig, oberseits rötlich gestreift. Grundblatt fast fädlich.
Stängelblatt lineal-lanzettlich. Wuchshöhe bis 10 cm. Selten!
Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Rauchkogel/Gasteinertal am 26.06.2001 |
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| Hyacinthaceae | ||
| Die Hyazinthengewächse - Hyacinthaceae - haben basale Blätter und traubige Blüten. Als Überdauerungsorgane fungieren wie bei den Liliaceae i.e.S. Zwiebeln. Diese Familie wurde früher als U-Familie - Scilloideae - geführt | ||
| Scilla sibirica Sibirischer Blaustern |
Blütenstiele 2-4mm lang. Frucht grün, Same hellgelb, mit weißen Eleiosom Blütenstand 1-2(5)blütig. Blüte nickend.
Samenanlagen 2-12 je Fach. Griffel 4-6 mm lang. Perigonblatt violettblau mit dunklen Mittelnerv,
an der Basis heller. Griffel 6 mm lang, deutlich vom Fruchtknoten abgesetzt. Je Zwiebel 1-8 Schäfte. Stängel halbstielrund.
Deckblatt klein, kragenförmig (mit dem Vorblatt verwachsen). Blütenstiel 2-4 mm. Blätter 2-4 länglich,
meist kürzer als der Stängel. Wuchshöhe bis 20 cm.
Heimatort ist die Ukraine. Bei uns kommt sie als Kulturpflanze in Parkanlagen, z.Teil verwildert vor. Neigt sich bei der Blüte zu Boden - Ameisenverbreitung. DD: Scilla bifolia - Griffel bis 3mm lang, allmählich in den Fruchtknoten übergehend. Je Zwiebel nur 1 Schaft. Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Bad Hofgastein/Gasteinertal am 31.04.2002 |
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| Melanthiaceae | ||
| Die Germergewächse, Schwarzblütegewächse - Melanthiaceae - haben als Überdauerungsorgane immer Rhizome. Sie können giftige Steroidalkaloide enthalten. Hierher gehört auch Paris quadrifolia, die früher den - Trilliaceae - zugerechnet wurde. | ||
| Paris quadrifolia Vierblättrige Einbeere ◊ Bild-Galerie |
Diese Art wird heute der Familie der Melanthiaceae zugeordnet.
Rhizomstaude 4-zähligen Blüten, wirteliger Blattstellung mit zwischen den Hauptnerven netznervigen Blätter. Staubfaden über die Staubbeutel hinaus in eine 5- 10mm lange, grannenartige Spitze verlängert (verlängertes Konnektiv). Rhizom kriechend, waagrecht, Stängel kahl. Blatt ellipisch-lanzettlich, netzadrig ungeteilt, quirlig angeordnet. Beere schwarz. Wuchshöhe 10- 30cm. Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Aeroplanweg, Gasteinertal am 28.05.2006 |
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| Tofieldia calyculata Kelch-Simsenlilie |
Deckblatt unzerteilt, eiförmig bis lanzettlich. Blütenstand direkt unterhalb des Perigons mit 3teiligem Vorblatt.
Perigon gelblichweiß, mit 3-lappiger, kelchartiger Außenhülle (Lupe!). Blüte stets in Achseln eines Tragblattes
(dieses nicht wesentlich länger als der Blütenstiel). Blütenstand eine Traube, meist walzlich (2- 6cm). Laubblatt 4- 10-nervig.
Wuchshöhe: 15- 30cm. Flachmoore, feuchte Felshänge, Quellfluren. kalkliebend.
DD: Tofieldia pusilla - Deckblatt 3lappig. Blütenstiel ohne Vorblätter Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Paarseenweg/Gasteinertal 24.06.2006 // Rastötzenalm/Gasteinertal am 31.07.2001 | |
| Tofieldia pusilla Zwerg-Simsenlilie |
Deckblatt 3lappig. Blütenstiel ohne Vorblätter. Perigon weißlich, ohne Außenhülle.
Blüte zwischen 3 sehr kleinen, am Grund verwachsenen Blättern. Blütenstand ist eine meist bis 1,5 cm lange kopfige Traube, 5-10blütig.
Laubblatt 1-5 cm lang, 3-4nervig. Wuchshöhe bis 12 cm. Schneetälchen, Polsterseggenrasen, Quellmoore.
DD: Tofieldia calyculata - Deckblatt unzerteil. Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Kalkbretterkopf/Gasteinertal am 19.7.2002 |
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| Veratrum album ssp. album Eigentlicher Weiß-Germer ◊ Bild-Galerie |
Rispe 30- 60 cm lang. Perigonblatt innen weiß, außen grünlich bis schmutziggelb. Blütenstiel viel kürzer als das Deckblatt.
Die unteren Blüten sind meist zwittrig, die oberen männlich.
Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Mayerhofalmen 07.05.2006 // Radeckalm 17.07.2006 // Lafental/Gasteinertal am 24.06.2001 | |
| Veratrum album ssp. lobelianum Grüner (Weiß-)Germer |
Rispe 30- 60 cm lang, Perigonblatt beidseits grünlich. Blütenstiel etwas kürzer als das Deckblatt.
Die unteren Blüten sind meist zwittrig, die oberen männlich.
Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Keuchenschartenweg, Gasteinertal am 23.7.2006 |
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| Siehe auch die Seiten: |
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Flora/Gasteinertal: Liliaceae - Liliengewächse
© 9.4.2004 by Anton Ernst Lafenthaler
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