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OUkw - Ökosysteme/Umwelt: Klima - Luftfeuchtigkeit und Wolkenbildungen
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    Luftfeuchtigkeit . Wolkenbildungen

    Im Zusammenhang mit Niederschlagsmenge und Feuchtigkeit ist es die Wolkenbildung, die uns im Gasteinertal mit besonders variablen Formen begegnet. Nicht nur der Wettervorhersage wegen sind sie von Interesse, sondern auch des Verständnisses der Klimaverhältnisse und deren Einfluss auf Tier und Mensch hier im Gasteinertal. Nachdem der Himmel in Mitteleuropa im Jahresdurchschnitt um 70% mit Wolken bedeckt ist und Computer und Satellitenbilder uns die Deutung der Wolkenbildungen abgenommen haben, sei es hier ein besonderes Anliegen, den Wolkenbildungen im Gasteinertal schon der Ästhetik wegen ein eigenes Kapitel zu widmen.

    Wie bereits im Kapitel - Klima - erwähnt, ist im Winter wegen der häufigen Inversionswetterlagen die durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit in Bad Hofgastein und Dorfgastein höher als in Bad Gastein und Böckstein, wobei in den Jahren 1980-1981 im Februar die geringste und im Juni die höchste Luftfeuchtigkeit gemessen wurde. Da sich im Winter die abgekühlte, schwere Luft in den Nachtstunden im Tal ansammelt, Bad Gastein aber mit 1.000 m Seehöhe über diesem Kaltluftsee liegt, ist es in Bad Hofgastein und Dorfgastein in den Morgenstunden auch wesentlich kälter als in Bad Gastein. Umgekehrte Verhältnisse finden sich in den Sommermonaten.

    Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur haben sich in den letzten Jahren etwas verändert. Das einst stabile Herbstwetter im September scheint sich in den Oktober verschoben zu haben und Wolkenbildungen sind häufiger geworden und scheinen über den mitteleuropäischen Durchschnitt zu liegen. Insgesamt sind die Sommer feuchter und die Winter milder geworden. Auch hat es in den letzten Jahren kaum wolkenfreie Tage gegeben - ein Grund mehr, die Wolken neu zu entdecken.

    Klassifikation

    Die - Höhe der Wolke - gibt uns die Möglichkeit der grundsätzlichen Einordnung. Dabei reicht die Wolkenuntergrenze bei den - Tiefen Wolken - bis 2 km, liegen somit bei uns schon unterhalb der Bergspitzen. Die - Mittelhohen Wolken - befinden sich im Bereich von 2 - 7 km und können so durchaus noch im Bereich unserer höchsten Bergspitzen zu liegen kommen, aber wohl meist darüber. Die - Hohen Wolken - erscheinen uns mit 5 - 13 km Höhe sehr hoch oben und stoßen bereits an die Tropopause. Die - Stockwerkübergreifenden Wolken - hingegen könenn vom Erdboden bis hinauf zur Tropopause reichen, der wetterfreien Zone.

    Die - Formen der Wolke - haufen-, schicht- und schleierförmig - ermöglichen uns eine weitere Gliederung in - Cumulus (Ansammlung, Haufen) - Stratus (ausdehnen, ausbreiten, bedecken) und - Cirrus (schleierförmig). Insgesamt ergeben sich 10 Wolkengattungen die in viele Arten und Unterarten aufgegliedert werden.
    Besondere Wolken und optische Phänomene - werden entweder im Zusammenhang mit dem entsprechenden Wolkentyp vorgestellt oder den - Sonderformen - bzw. der Kategorie - optische Phänomene - zugeordnet.

    10 Wolkengattungen
    Cirrus - Cirrocumulus - Cirrostratus
    Altocumulus - Altostratus
    Stratocumulus - Cumulus - Stratus
    Cumulonimbus - Nimbostratus

    Im Gasteinertal vorkommende
    Wolkenbildungen

    Hohe Wolken

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    C i r r u s

    Federwolken
    Die Gattung Cirrus (Ci) - entnommen dem lat. Wort für Haarlocke - gehört zu den Hohen Wolken, deren Wolkenuntergrenze bei 5 – 13 km liegt. Es sind reine Eiswolken, bestehen also aus Eiskriställchen bei einer Umgebungstemperatur um –40°C. Die Cirrus-Wolken imponieren als weiße, zarte Fäden oder Flecken bis schmale Bänder. Sie haben ein haarähnliches Aussehen oder zeigen sich als seidiger Schimmer. Halos sind häufig aber nur bruchstückhaft.
    Siehe auch die - Bildgalerie (Ci) - . . .
    Cirrus fibratus
    - Cirrus fibratus
    Cirrus fibratus - Faserige Eiswolken - bezeichnet einzelne schleierförmig, faserförmige Wolken oder dünne Wolkenschleier, die aus fast geradlinigen Fasern bestehen, jedoch nicht haken- oder büschelförmig enden. Die Eiskristalle, aus denen die Cirruswolken bestehen, können sich zu faserigen, fadenförmigen Strukturen (fibratus) zusammenfinden. Manche der Fäden verlaufen parallel, andere wieder erscheinen als kleine Büschel.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Kalkbretterkopf, Gasteinertal
    Cirrus fibratus vertebratus
    - Cirrus fibratus vertebratus
    Cirrus fibratus - Faserige, fischskelettartige Eiswolken - Diese faserige Eiswolke ähnelt in seiner Struktur einer Wirbelsäule, Rippen oder einem Fischskelett. Von einem dichteren Zentralbereich laufen feine, dünne Wolkenstreifen zu beiden Seiten nach außen (vertebratus). Am Himmel stehen oft Kondensstreifen in verschiedenen Entwicklungsstadien und möglicherweise verdankt der Cirrus fibratus seine Entstehung einem ehemaligen Kondensstreifen.
    Foto: © Anton Lafenthaler - Niedersachsenhaus-Kolmkar, Gasteinertal
    Cirrus fibratus radiatus
    - Cirrus fibratus radiatus
    Cirrus fibratus radiatus - Faserige, radial verlaufende Eiswolken - Parallel angeordnete faserige Wolkenstrukturen scheinen wie von einem Punkt fächerförmig auszustrahlen. Tatsächlich verlaufen die Strukturen aber parallel. Diese perspektivisch bedingte Erscheinung erhält die Zusatzbezeichnung radiatus.
    Foto: © Anton Lafenthaler - Niedersachsenhaus-Kolmkar, Gasteinertal
    Cirrus fibratus intortus
    - Cirrus fibratus intortus
    Cirrus fibratus intortus - Faserige, regellos verlaufende Eiswolken - Faserige Eiswolken welche den Himmel nicht lückenlos überzogen haben und weder geradlinig noch parallel angeordnet sind werden als intortus (mehr oder weniger regellos zusammenhängend) bezeichnet.
    Foto: © Anton Lafenthaler - Niedersachsenhaus-Kolmkar, Gasteinertal
    Cirrus floccus virga
    - Cirrus floccus virga
    Flockige Eiswolken mit Fallstreifen - Zahllose kleine Wolkenbüschel überziehen den Himmel; wenngleich die Wolkenbällchen nahe beieinander liegen, sind sie doch voneinander isoliert. Besonders fallen die vielen Streifen auf, die die aus den Wolkenbüscheln herausfallenden Eiskristalle erzeugen. Oft sind die Haufenwolken schon aufgelöst und nur die Streifen bleiben übrig Die Eiskristalle verdunsten wahrend des Fallens, bis sie schließlich verschwinden.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Nassfeld, Gasteinertal
    Cirrus uncinatus
    - Cirrus uncinatus
    Diese hakenförmigen Eiswolken - sind feine, zarte Federwölkchen, die lange, hakenförmige oder krallenförmige Fasern hinter sich herziehen. Aus zarten Wolkenbauschen fallen kleine Eiskristalle heraus, die vom Wind erfasst und fortgetragen werden. Dabei ordnen sie sich hintereinander an und erscheinen so dem Beobachter wie lange, feine Fasern. Ob schönes Wetter bleibt oder Wetterverschlechterung droht ist nur durch die Wolkenentwicklung zu entscheiden. Bleiben die Cirren unverändert locker und dünn, so darf anhaltendes Schönwetter angenommen werden, verdichten sie sich zunehmend, dann ist Wetterverschlechterung wahrscheinlich.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Tischlerkarkees, Gasteinertal

    C i r r o s t r a t u s

    Hohe Schleierwolken
    Die Gattung Cirrostratus (Cs) besteht hauptsächlich aus Eiskristallen. Er präsentiert sich als weißlicher, durchscheinender Wolkenschleier mit faserigem, haarähnlichem oder glattem Aussehen; dünne Streifen oder völlig strukturlose, nebelartige Schleier können sich ausbilden. Oft überzieht der Cirrostratus den gesamten Himmel oder zumindest große Teile davon. Der Rand einer heranziehenden Cirrostratusschicht ist manchmal scharf abgegrenzt, meist aber cirrusartig ausgefranst. Die Sonne verschwindet dabei nie vollständig und am Erdboden werfen Gegenstände Schatten. Die Wolkenschleier sind manchmal so dünn, dass nur durch auftretende Halos ihre Existenz nachweisbar ist.
    Siehe auch die - Bildgalerie (Cs) - . . .
    Cirrostratus fibratus
    - Cirrostratus fibratus
    Wir sehen eine gleichförmige, den ganzen Himmel überziehende Cirrus-Schicht. Cirrostratus bildet sich bevorzugt, wenn Warmluftschichten auf Kaltluft aufgleiten. Sie wird damit zu einer regelmäßigen Zwischenphase eines Wolkenaufzugs und kündigt so mit großer Sicherheit eine bevorstehende Wetterverschlechterung an. Normalerweise ist sie so dünn, dass die Sonne durch die Wolke hindurch Schatten wirft. Lichtphänomene verschiedener Formen und Farben sind häufige Begleiterscheinungen.
    Foto: © Leitner Christian - Tischlerkarkees, Gasteinertal
    Cirrostratus nebulosus
    - Cirrostratus nebulosus
    Haloringe können beidseits von Nebensonnen flankiert sein. Dagegen ist von der Wolke, die die Haloerscheinung hervorruft, selten etwas zu sehen - lediglich ein hauchdünner, nebeliger Schleier, hinter dem der blaue Himmel erkennbar bleibt. Oft machen überhaupt nur Halophänomene auf die Existenz dieser hauchdünnen Wolken aufmerksam. Die Schichtdicke nimmt aber meist rasch zu, was auch zur optischen Verdichtung führt und die Sonne langsam verschwinden lässt. Aus dem Cirrostratus wird dann ein Altostratus. Ein homogener Cirrostratus nebulosus ist in Mitteleuropa selten. Die besten Chancen bestehen im Winter, wenn sich ein schon tagelang vorhandener Eisnebel aufzulösen beginnt. Die eigentliche Heimat dieses Cirrostratus sind die Polarregionen.
    Foto: © Leitner Christian - Tischlerkarkees, Gasteinertal

    C i r r o c u m u l u s

    Kleine Schäfchenwolken
    Die Gattung Cirrocumulus (Cc) - kleine bzw. feine Schäfchenwolken - bestehen ebenfalls aus Eiskristallen, wenn auch manchmal unterkühlte Wassertröpfchen vorkommen können. Cirrocumulus zeigt sich in dünnen, weißen Flecken, Felder oder Schichten von Wolken ohne Eigenschatten. Die Wolkenelemente sind sehr klein, von körniger oder gerippter Struktur und meist voneinander isoliert, auch wenn sie teilweise miteinander verwachsen können. Die Wolkenelemente sind klein und ordnen sich mehr oder weniger regelmäßig an. Ausgedehnter Felder mit ausgefransten Rändern sind häufig, aber auch linsen- oder mandelförmige Bänke, häufig langgestreckt mit scharf ausgeprägten Umrissen kommen vor. Cirrocumulus ist dünn genug, dass die Sonne hindurchscheinen kann.
    Siehe auch die - Bildgalerie (Cc) - . . .
    Cirrocumulus floccus
    - Cirrocumulus floccus lacunosus
    Winzige kleine Wolkenbüschelchen haben sich zu einem Cirrocumulus-Wolkenfeld zusammengefunden. Ihre Quellform lässt sich aber kaum noch erkennen. Im Wolkenfeld erkennen wir eine netzartige, wabenförmige Struktur (lacunosus), in deren Zwischenräume wir den Himmel dunkler und deutlicher hervortreten sehen.
    Foto: © Anton Lafenthaler - Tischlerkarkees, Gasteinertal
    Cirrocumulus stratiformis
    - Cirrocumulus stratiformis
    Eiswolken mit körniger Struktur - Das Cirrocumulus-Feld, das sich flächenhaft am Himmel ausbreitet (stratiformis) setzt sich aus hellweißen, sehr kleinen Wolkenbüscheln zusammen, es erscheint feinkörnig und gerippt (undulatus). Teils haben sich die wellenförmigen Strukturen parallel zum Höhenwind ausgerichtet, teils verlaufen sie auch quer. Die Quellwolken haben nichts mit dem Cirroculumus zu tun.
    Foto: © Anton Lafenthaler - Tischlerkarkees, Gasteinertal

    Mittelhohe Wolken

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    A l t o c u m u l u s

    Grobe Schäfchenwolken
    Die Gattung Altocumulus (Ac) besteht überwiegend aus Wassertröpfchen, nur bei sehr niedrigen Temperaturen kommen auch Eiskristalle vor. Meist ist es ein ausgedehntes Wolkenfeld, bei dem die einzelnen Wolkenelemente ziemlich regelmäßig angeordnet sind. Der Altocumulus kann so dünn sein, dass durch ihn die Stellung der Sonne mühelos erkennbar bleibt. Manchmal ordnen sich die Wolkenteile in Form langgestreckter Bänder, Wellen oder Walzen an, die scharf abgetrennt sind und wolkenfreie Zwischenräume haben. Die Felder des Altocumulus treten oft gleichzeitig in zwei oder mehreren Höhen auf. Altocumulus kann aus einem Cirrocumulus hervorgehen, wenn dieses sich wenigstens teilweise in tieferen Schichten ausweitet.
    Siehe auch die - Bildgalerie (Ac) - . . .
    Altocumulus stratiformis perlucidus
    Altocumulus stratiformis perlucidus
    Der Himmel wird von einer ausgedehnten (stratiformis), regelmäßigen, aus einzelnen kleinen Ballen zusammengesetzten Wolkenschicht im mittelhohen Stockwerk überzogen. Zwischen den Wolkenelementen ist der blaue Himmel sichtbar (perlucidus). Die für Eiswolken typischen faserigen Strukturen fehlen. Das helle Erscheinungsbild fast ohne Eigenschatten verrät, dass dieser Altocumulus in der Vertikalen nicht sehr mächtig ausgeprägt ist.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Schlossalm, Gasteinertal
    Altocumulus stratiformis opacus
    Altocumulus stratiformis opacus
    Der Altocumulus überzieht in langestreckten Feldern den Himmel (stratiformis). An den Rändern sind bereits deutliche Auflösungserscheinungen zu erkennen. In den zentralen Teilen hingegen bilden die Wolkenballen eine zusammenhängende Fläche, durch die weder der Himmel sichtbar ist, noch die Sonne hindurchscheinen kann. Je nach Höhenströmung zeigt sich die Ausrichtung der Wolkenelemente.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Schlossalm, Gasteinertal

    A l t o s t r a t u s

    Mittelhohe Schichtwolken
    Die Gattung Altostratus (As) enthält neben Wassertröpfchen auch Eiskristalle, daneben kommen auch größere Teilchen wie Schneeflocken und Regentropfen vor. Sie erzeugen ein graues oder bläuliches Wolkenfeld, das meist große Teile oder den gesamten Himmel überzieht.Haloerscheinungen treten nicht auf. Farbige Höfe und Kränze, die gelegentlich um die als Scheibe sichtbare Sonne erkennbar werden, sind ein Kennzeichen dafür, dass der Altostratus keine Eiswolke ist und somit nicht dem Cirrusniveau angehört. Der Altostratus kann sich über mehrere Hundert Kilometer erstrecken, auch die vertikale Ausdehnung ist mit bis zu mehreren Tausend Metern oft beträchtlich. Bei einer dünnen Ausprägung bleibt die Sonne wie durch Milchglas hindurch sichtbar, dickere Altostratus-Schichten verdecken allerdings die Sonne vollständig. Altostratus kann ohne erkennbare Strukturen auftreten oder aber sieht streifig oder faserig aus. Oft liegen mehrere Schichten übereinander und sind gar miteinander verwachsen. Wellenbildung oder breite, parallele Bänder kommen seltener vor. Erreicht der Niederschlag den Boden, dann hält dieser auch länger anin Form von Schnee, Regen, Eiskörnern oder Frostgraupeln. In Form von Fetzen (pannus) hängen oft Wolken unter der Altostratus-Bewölkung,
    Siehe auch die - Bildgalerie (As) - . . .
    Altostratus opacus
    Altostratus opacus
    Altostratus opacus – Mittelhohe nicht durchscheinende Schichtwolke - erscheint grau und wenig strukturiert. Sieht man von ein paar Aufhellungen ab, so ist es eine lückenlose, durchgehende und weitgehend strukturlose sowie einheitlich gefärbte, mittelhohe Schichtwolke, hinter der die Sonne verborgen bleibt. Oft tritt er in mehreren übereinanderliegenden Schichten auf, die miteinander verwachsen sein können.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Bad Hofgastein, Gasteinertal
    Altostratus translucidus duplicatus undulatus radiatus
    Altostratus translucidus duplicatus undulatus radiatus
    Mittelhohe durchscheinende Schichtwolke - Zwei Wolkenschichten, beide im mittelhohen Wolkenstockwerk, sind dabei fast senkrecht zueinander orientiert. Bei der oberen der beiden kann zumindest teilweise die Sonne hindurchschimmern (translucidus) und/oder kann dabei auch wogenartige Strukturen (undulatus) aufweisen. Konvergieren die wogenförmigen Strukturen, so kann sie mit der Bezeichnung ratiatus versehen werden. Eine zweite etwas tiefer liegende Schicht ist meist dunkler, Quellformen fehlen aber. Diese richtet sich parallel zur Windrichtung aus. Eine Wolkengattung, die zwei- oder mehrere Male übereinander auftritt, wird als duplicatus bezeichnet.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Bad Hofgastein, Gasteinertal

    Tiefe Wolken

    S t r a t o c u m u l u s

    Haufenschichtwolken
    Die Gattung Stratocumulus (Sc) durch Turbulenzen entstanden zeigt weiße und/oder graue Flecken, Felder oder Schichten von Wolken, die fast stets dunkle Stellen (insbesondere die Wolkenunterseite) aufweisen und nur selten so dünn sind, dass sie weißlich erscheinen. Sie tauchen in geringer Höhe auf, gehören zu den weltweit häufigsten Wolkenarten und kommen zu jeder Jahreszeit vor. Stratocumulus bestehen aus Wassertröpfchen, selten auch mal Schneekristalle oder Schneeflocken. Die Größe, die Mächtigkeit und die Form der Wolkenelemente kann sehr unterschiedlich ausfallen. Manchmal sind es langgestreckte Walzen, mit wolkenfreien Bereichen dazwischen. Die langgestreckten Wolkenelemente können aber auch wie linsen- oder mandelförmige Bänke aussehen. Bei einer seltenen Spielart bilden sich regelmäßig verteilte kleine Lücken, die dann an Waben oder an ein Netz erinnern und deren Ränder meist aufgefranst sind. Gelegentlich kommt es auch zu kleinen, türmchen- oder zinnenförmigen Aufsätzen die nach oben hinauswachsen. Stratocumulus beansprucht nicht selten mehrere Höhenlagen. Ganz unterschiedlich fällt seine vertikale Mächtigkeit aus, der kann relativ dünn sein, so dass die Stellung der Sonne sichtbar bleibt. Typisch jedoch ist die unregelmäßige Helligkeitsverteilung an der Wolkenunterseite, so dass verschieden Wolkenteile reliefartig hervortreten.
    Befinden sich über dem Stratocumulus keine weiteren Wolken, bleibt es überwiegend trocken. Nur manchmal kommt es zu leichten Regen- oder Schneefall. Bei sehr tiefen Temperaturen können Fallstreifen sichtbar werden. Wenn Eiskristalle aus der Wolke herausfallen, dann sind auch Haloerscheinungen möglich. Optische Erscheinungen sind selten. Bei Wassertröpfchen kann Koronarbildung oder Irisieren auftreten.
    Siehe auch die - Bildgalerie (Sc) - . . .
    Stratocumulus stratiformis
    - Stratocumulus stratiformis
    Grobschollig, nebelförmige Haufen ohne Kontur, ohne erkennbares Kondesationsniveau und ohne blumenkohlähnliche Quellungen, die sich im unteren Wolkenstockwerk befinden. Sie weisen häufig Lücken auf, die den freien Himmel sichtbar werden lassen. Angedeutet hier langgestreckte Walzen, mit wolkenfreien Bereichen dazwischen. Stratocumulus stratiformis kann aber auch in eine geschlossene Wolkendecke übergehen.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Bad Hofgastein, Gasteinertal

    S t r a t u s

    Tiefe Schichtwolken
    Die Gattung Stratus (St) erscheint uns als durchgehend graue, nebelartige, eintönige Wolkenschicht. Ist die Sonne oder der Mond sichtbar, dann bleiben ihre Umrisse klar erkennbar, sie verschwimmen nicht. Die Unterseite dieser tiefen Wolkenschicht zeigt sich meist klar abgegrenzt und weist gelegentlich Wellenform auf. Nicht selten breitet sich der Stratus in so geringer Höhe aus, dass selbst Türme oder Hügel in ihn hineinragen. Ist der Stratus besonders dick, sind meist auch noch Sprühregentröpfchen oder Schneegriesel oder Eiskristalle vorhanden. Niederschläge fallen meist nur sehr gering aus. Haloerscheinungen bilden sich nur bei sehr tiefen Temperaturen.
    Siehe auch die - Bildgalerie (St) - . . .
    Stratus nebulosus opacus
    - Stratus nebulosus opacus
    Stratus bezeichnet eine durchgehend graue Wolkenschicht mit ziemlich einförmiger Untergrenze, aus der Sprühregen, Eisprismen oder Schneegriesel fallen können. Nebel entsteht entweder durch Abkühlung der Luft am Erdboden während der Nacht oder bei Kontakt mit über dem Boden liegender kalter Luft oder durch Absinken einer großflächigen Luftschicht. Talnebel entsteht durch Absinken einer Luftschicht aus größeren Höhen (Inversionsbildung) oder durch Absinken kalter Luft von schneebedeckten Bergen (Kaltluftsee). Beginnt sich der Nebel zu "heben" bzw. löst sich der Nebel in Bodennähe auf, so spricht man von Hochnebel, einer einförmigen, grauen, mehr oder weniger dunklen Wolkenschicht. Der Hochnebel erhält die Bezeichnung nebulosus und opacus, weil diese kein Sonnenlicht durchlässt. Fährt man in eine Nebelwand hinein, so verschwindet die Sonne und wir beobachten nur mehr eine einheitlich graue, unstrukturierte Wolkenmasse, die wir Stratus nebulosus nennen. Ist weder die Sonne noch Himel zu sehen, so lautet die Unterart Stratus nebulosus opacus. Stratus kann vom Boden aus beobachtet so dunkel erscheinen, dass man ihn nicht mehr von einem Nimbostratus unterscheiden kann. Aus beiden kann Niederschlag fallen, Stratus nebulosus bringt aber nur Nebelnässe oder Nieseln (kleintropfiger Regen bzw. winzige Schneekriställchen) oder Schneegriesel hervor.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Gasteinertal

    Stockwerkübergreifende Wolken

    C u m u l u s

    Quell-, Schönwetter-Haufenwolken
    Die Gattung Cumulus (Cu) sind durch Konvektion entstandene Haufenwolken. Es sind solierte, durchweg dichte und scharf abgegrenzte Wolken, die sich in der Vertikalen Form von Hügeln, Kuppeln oder Türmen entwickeln, deren aufquellende obere Teile oft wie ein Blumenkohl aussehen. Die von der Sonne beschienenen Teile dieser Wolken sind meist leuchtend weiß. Ihre Untergrenze ist verhältnismäßig dunkel und verläuft horizontal. Manchmal sind Cumulus-Wolken zerfetzt. Die Temperaturen im Cumulusniveau liegen normalerweise über 0°C, deshalb sind unterkühlte Tropfen die Ausnahme. Die Tröpfchengröße reicht von 18 µm bei Cumulus humilis bis zu 50 µm bei mächtigen Cumulus congestus. In der Wolkenluft befindet sich 1–4g Wasser. Optische Erscheinungen sind selten. Cumulus entstehen durch Konvektion. Der heiße Boden produziert Heißluftballone, die sich abkühlen und deren Wasserdampf oberhalb des Taupunktes kondensiert (Kondensationsniveau). Fortschreitende Kondensation bewirkt quallenförmige Mikrozirkulationen in der Wolke, was zu einer blumenkohlartigen Wolkenoberseite führt. Die Wolkenunterseite verläuft horizontal (= Kondesationsniveau). Cumulus-Wolken gehören nach der WMO-Einteilung zu den stockwerkübergreifenden Wolken.
    Siehe auch die - Bildgalerie (Cu) - . . .
    Cumulus humilis
    - Cumulus humilis
    Sie zeigen eine nur geringer Ausdehnung und wirken abgeflacht. Eine scharfe waagrechte und dunkle Untergrenze der Wolke mit darüber liegenden Blumenkohlstrukturen, nicht höher als 1000 m und mehr breit als hoch kennzeichnet diese Wolkenart. Sie bestätigen uns die Fortdauer des schönen Wetters und verdienen somit auch die Bezeichnung "Schönwetterwolken".
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Schlossalm, Gasteinertal am 24. 9. 2007
    Cumulus humilis, Cumulus mediocris
    - Cumulus humilis . Cumulus mediocris
    Häufig kommt es vor, dass Cumulus-Wolken in mehreren Entwicklungsstadien gleichzeitig vorhanden sind, und nicht selten reicht die Palette von der kleinsten Quellwolke bis hin zu einem ausgesachsenem Gewitterturm. Ihnen allen ist die dunkle, ebene Unterseite gemein. Mit ihrem strahlenden Weiß bilden die Quellwolken einen guten Kontrast zum tiefblauen Frühjahrshimmel. Die Wolken weisen zwar noch eine größere Breite denn Höhe auf, und die einzelnen Quellungen erscheinen noch klein und einigermaßen abgerundet, jedoch führt das vertikale Wachstum der Wolken bereits zu deutlicheren Strukturen und schärfer ausgeprägten Quellungen. Die größere vertikale Ausdehnung zeigt den Übergang zur nächst größeren Wolkenart, dem Cumulus mediocris. Die dunkle und meist glatte, horizontale Wolkenunterseite, die Wolkenbasis, ist typisch für solche Quellwolken. Sie markiert das Kondensationsniveau. Die dunkle Färbung der Wolkenunterseite entspricht dem Eigenschatten der oberhalb liegenden Wolkenbereiche; je mächtiger die Wolke, umso dunkler die Unterseite.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Breitenberg, Gasteinertal
    Cumulus mediocris
    - Cumulus mediocris
    Klassisch die waagrechte, glatte, dunkle Untergrenze; scharfe Abgrenzungen an allen Seiten und eine gut ausgebildete Blumenkohlstruktur. Die Wolken sind etwa so hoch wie breit. Es sind Cumulus-Wolken mit mäßiger vertikaler Ausdehnung, deren Oberteile nur verhältnismäßig kleine Quellformen haben. Je nach Mächtigkeit existieren sie nur 5 - 30 min. Selbst mächige Gewitterwolken bringen es nur selten mehr als 1 Stunde.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Gasteinertal
    Cumulus congestus
    - Cumulus congestus
    Hoch aufgetürmte Quellwolke - Eine Quellwolke beeindruckt mit einem bemerkenswerten vertikalen Wachstum. Ihre einzelnen Quellungen haben die scharfen Umrisse noch nicht verloren; der Übergang in eine Gewitterwolke ist noch nicht erfolgt.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Gasteinertal
    Cumulus fractus
    - Cumulus fractus
    Heftiger Wind zerrt an den Cumulus-Wolken und zerreißt, zerzupft oder zerfetzt sie (frangere = abbrechen, zerbrechen). Ursache kann ein starker Wind oder aber auch Leewirbel sein, die sich an scharfen Felsgraten ausbilden und die eine heftige Böigkeit hervorrufen.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Gasteinertal

    Nimbostratus

    Regenwolken
    Die Gattung Nimbostratus (Ns) bezeichnet schichtförmige, stockwerkübergreifende Wolken. Es präsentiert sich dabei eine graue, häufig dunkle Wolkenschicht, aus der üblicherweise anhaltend Regen oder Schnee fällt. Die Schicht ist so dicht, dass die Sonne unsichtbar wird. Unterhalb der Schicht treten häufig niedrige, zerfetzte Wolken auf, die mit ihr zusammenwachsen können. Auch Nimbostratus enthält alle Formen von Wolkenpartikeln. Trotz der hohen Tropfenzahl ist ihr Wassergehalt bescheiden: rund 0,3g je Kubikmeter. Die Tröpfchen sind mit 5 µm nämlich relativ klein. Als optisches Phänomen zeigt sich häufig ein Regenbogen. Die Nimbostratus-Wolken können auch aus einen Altostratus entstehen, wenn der mächtiger wird, seltener auch aus einem Stratocumulus oder Altocumulus. Umbildungsprozesse können Stratocumulus-Wolken hervorbringen.
    Siehe auch die - Bildgalerie (Ns) - . . .
    Nimbostratus praecipitatio pannus
    - Nimbostratus praecipitatio pannus
    Nimbostratus-Wolken sind ausgesprochen langweilig, trist und monoton. Nur selten sind Ansätze von vertikalen Strukturen zu erkennen. Nimbostratus ist schon durch seine Entstehungsweise als Aufgleitwolke in horizontalen Schichten angelegt. Niederschläge wie Regen oder Schnee, oft stundenlang andauernd sind ein wichtiges Klassifikationskriterium. Nur wenn anhaltender Schnee oder Regen aus einer solchen Wolkenschicht fällt, zählt sie zur Gattung Nimbostratus. Meist sind es schauerartige Niederschläge, selten kurze Gewitter. Der Nimbostratus verdankt seine Entstehung der langsamen Hebung ausgedehnter Luftschichten. Dieser Hebungsprozess muss lange genug anhalten und sich bis in genügend große Höhen fortsetzen, damit Kondensation, Wolken- und Niederschlagsbildung erfolgen kann. Arten und Unterarten werden nicht unterschieden, schon aber Sonderformen.
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Bad Hofgastein, Gasteinertal
    Nimbostratus, Regenbogen
    - Nimbostratus . Regenbogen
    Der Regenbogen ist das nahezu einzige optische Phänomen bei Nimbostratus. Beim Haloring brechen die Kanten der Eiskristalle die Sonnenstrahlen, beim Regenbogen sind es die kugelförmigen Oberflächen der Regentropfen. Zusätzlich kommt es beim Regenbogen aber noch zu einen Reflexionsvorgang. Erst wird der Strahl nach Eintritt in den Tropfen gebrochen und aus seiner Bahn gelenkt, sowie gleichzeitig in seine Spektralfarben zerlegt. Im Tropfeninneren wird er wieder zurückgeworfen und nach nochmaliger Brechung kann der Strahl den Tropfen nach einer Richtungsänderung um 139 Grad wieder verlassen. Die Sonne muss dabei in eine abziehende Regenwand hineinschauen. Je höher die Sonne steht, umso tiefer liegt der Mittelpunkt des Regenbogens und desto kürzer ist dadurch der sichtbare Teil. Steht die Sonne sehr flach, so kann man im günstigsten Fall einen Halbkreis sehen.
    Häufig zeigt sich auch ein Nebenregenbogen. Er hat die umgekehrte Farbreihenfolge. Er entsteht, wenn die in die Regentropfen eindringenden Sonnenstrahlen nicht nur einmal, sondern zweimal reflektiert werden. Dazwischen liegt "Alexanders dunkles Band" - ein leicht verdunkelter Zwischenraum.
    Foto: © S. Waggerl - Cafe Pirnbacher, Bad Hofgastein

    C u m u l o n i m b u s

    Gewitterwolken
    Die Gattung Cumulonimbus (Cb) Diese mächtigen Schauer- und Gewitterwolken sind immer dicht, massig und von ganz beträchtlicher vertikaler und oft auch horizontaler Ausdehnung. Teilweise weist der obere Wolkenabschnitt glatte Formen auf oder ist faserig oder streifig und fast stets abgeflacht. Dieser Teil breitet sich vielfach ambossförmig oder wie ein großer Federbusch aus. Unterhalb der häufig sehr dunklen Wolkenuntergrenze befinden sich oft niedrige, zerfetzte Wolken, die mit der Gewitterwolke zusammenwachsen. Auch der mittlere oder obere Wolkenbereich wächst gelegentlich mit einem Altostratus oder einem Nimbostratus zusammen. Der Cumulonimbus besteht im unteren Teil aus Wassertröpfchen, im oberen aus Eiskristallen. Niederschlag fällt schauerartig, nicht selten heftig, kann teilweise aber auch in Form von virga (Fallstreifen) auftreten, die den Boden nicht erreichen.
    Siehe auch die - Bildgalerie (Cb) - . . .

        

    Anmerkung: Die Textstellen bzw. die Fachinformation wurden teilweise dem Buch: "Wolkenatlas" von B. Mühr/W. Berberich, Kunstschätzeverlag 2008 und dem Buch: "Wolken" von Hans Häckel, Ulmer-Naturführer 2004 entnommen.

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    Ökosysteme/Umwelt - Klima
    Luftfeuchtigkeit und Wolkenbildungen
    © 5.3.2009 by Anton Ernst Lafenthaler
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