OSK - Vegetationsökologie/Gasteinertal: Laubwaldgesellschaften und Büsche
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Pflanzengesellschaften im Gasteinertal |
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Alnetea glutinosae
Querco-Fagetea
Salicetea purpureae
Zur - Syntaxonomie - . . .
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Vegetationsökologie . Gasteinertal
Laubwaldgesellschaften und Büsche
Naturnahe Gebüsche und Staudenfluren: An den Waldrändern sind lichtliebende Waldmäntel
ausgebildet, also Strauchgesellschaften,
in wärmeren Lagen mit Rot-Hartriegel (Cornus sanguinea), Schlehdorn und Liguster.
Unmittelbar daran schließen die aus Stauden bestehenden Waldsaumgesellschaften an.
Diese günstigen, gut wasserversorgten und zugleich lichtreichen Standorte sind meist
recht arten- und blütenreich.
Systematik:
In der Gruppe der Laubwälder und Gebüsche werden nach Ellenberg 1996 folgende Pflanzen-Klassen geführt:
1 - Salicetea purpureae (Weidengebüsche und Weidenwälder),
2 - Alnetea glutinosae (Erlenbruchwälder und Moorgebüsche),
3 - Quercetea robori-petraeae (Eichen-Birkenwälder), sowie
4 - Querco-Fagetea (Sommergrüne Laubwälder und Gebüsche).
Waldschlaggesellschaften
Stärker anthopogen, nämlich von der Forstwirtschaft geprägt sind die Waldschlaggesellschaften.
Waldschlagfluren sind
anthropogen, nährstoffreich, bodenbasisch bis mehr oder weniger sauer, lichtliebend,
kurzlebig (Sukzessionstadien); collin bis obermontan.
Je nach Basenreichtum und Feuchtigkeit recht verschieden.
Tollkirsche - Atropa belladonna (kalkliebend), Fuchs-Greiskraut - Senecio ovatus (=fuchsii),
Digitalis grandiflora (kalkzeigend), Schmalblatt-Weidenröschen - Epilobium angustifolium (säurezeigend).
Diese staudenreichen Gesellschaften sind Glieder der Sukzession, die meist mit reichlich
Einjährigen (wie weicher Holzahn - Galeopsis pubescens, Wald-Greiskraut - Senecio sylvaticus),
dann Zweijährige (Verbascum thapsus) beginnt, sich über sträucherreiche
Stadien (mit Rubus idaeus, Bromberren - Rubus sect. rubus und bis untermontan
Schwarzhollunder - Sambucus nigra bzw. mittel- bis obermontan Rot-Hollunder -
Sambucus racemosa) zum Vorwald (mit den Vorhölzern Sal-Weide - Salix caprea und Espe -
Popolus tremula) und schließlich zum Schluss-Wald "zurück" entwickelt.
Subalpinen Hochstaudenfluren
Hochstaudenfluren (submontan bis unteralpin) und Hochstaudengebüsche (Grünerlen)
nährstoffreich, feucht, montan bis subalpin.
Subalpine Hochstaudenfluren
Sie stehen im engen Kontakt mit Grünerlen-Gebüschen, oft in Lawinenrinnen.
Alnus viridis, Salic appendiculata, Grauer Alpendost - Adenostylis alliariae,
Alpenmilchlattich - Cicerbita alpina, Meisterwurz - Peucedanum astruthium,
Aconitum vulparia, Aconitum degenii (=paniculatum), Doronicum austriacum,
Ranunculus platanifolius, Saxifraga rotundifolia, Delphinium elatum,
Cirsium spinosissimum, aber auch das kleinwüchsige Zweiblüten-Veilchen - Viola biflora.
Eine eigentümliche Spezialität sind die kleinräumigen Pflanzengesellschaften
in Halbhöhlen. Sie sind vor Regen geschützt, trocken und zugleich nährstoffreich
(Düngung durch Exkremente des Wildes - "Wildläger").
Wildlägerfluren und Balmen
sehr nährstoffreich; montan bis subalpin.
In diesen Balmen-Fluren wachsen Seltenheiten wie die Österreichische Rauke -
Sisymbrium austriacum, Herabgebogene Igelsame - Lappula deflexa und der Weiße
Lerchensporn - Corydalis capnoides.


Quellen: Die Einleitung wurde dem Buch: "Exkursionsflora von Österreich" von Wolfgang Adler,
Karl Oswald und Raimund Fischer, Verlag Eugen Ulmer 1994 und die Systematik dem Buch:
"Exkursionsflora von Deutschland" Kritischer Band, Rothmaler, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin 2002 entnommen.
Die Beschreibung der einzelnen Klassen, Ordnungen, Verbände und Assoziationen hingegen sind Teil der 3 Bände: "Die Pflanzengesellschaften Österreichs"
von Ladislav Mucina, Georg Grabherr, Thomas Ellmauer und Susanne Wallnöfer, Gustav Fischer-Verlag 1993.