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Pflanzen-Wahl | ||
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Die vielen Schlüsselblumen, die es im Gasteinertal vor 30 Jahren und mehr im Tal noch gegeben hat gehören der Vergangenheit an.
Die berühmte Schlosswiese nebst dem Weitmoserschloss war einst geradezu übersät mit der Wiesen-Schlüsselblume.
Heute findet man lediglich vereinzelt die Wald-Schlüsselblume - Primula elatior - noch an und diese auch nicht mehr gerade üppig. Die Wiesen-Schlüsselblume weist im Gegensatz zur Wald-Schlüsselblume einen orange gefleckten Schlund auf. Bisher konnte ich aber im Gasteinertal keine derartige Art entdecken.
Der Schweizer Mannschild - Androsace helvetica - ist
eine der Raritäten im Gasteinertal und gar nicht so leicht aufzuspüren.
Die fest auf steinigen Untergrund angewachsene Polsterpflanze verleitet Gott lob nicht zum Abreißen und die
Blüten selbst sind derart kurzstielig, dass sich ein Blumenstrauß beim besten Willen nicht machen lässt.
Dieser Umstand ermöglicht es der Pflanze auch in touristisch erschlossenen Gebieten zu überleben, abgesehen davon,
dass sie meist gar nicht gesehen wird.
Wie schon erwähnt bildet der Schweizer Mannschild kompakte Kugelpolster;
der Blütenstiel ist etwa 1mm lang und flaumig behaart. Die Haare sind ungeteilt und
rückwärts abstehend.
Die Blüte entspringt sozusagen den Laubblattrosetten, die Krone ist weiß.
Würde man die Polster vom steinigen Grund abschälen, wäre dies der sichere Tod für den Bestand.
Der Hain-Gilbweiderich - Lysimachia nemorum - zeigt flächigen Wuchs.
Die leuchtend gelben Blütenblätter sind auffällig.
Das Kelchblatt ist etwa 4 mm lang, nicht herzförmig, die Krone 5- 8mm im Durchmesser.
Frucht mit 5 Klappen aufspringend.
Das Laubblatt ist eiförmig, zugespitzt und nicht drüsig punktiert. Die Unterscheidung zum Pfennigkraut -
Lysimachia nummularia - ist
bei ungenauer Betrachtung nicht einfach, es gibt aber natürlich klare Unterscheidungsmerkmale
wie die rundlichen bzw. elliptischen Blätter, die mit rötlichen Punkten geschmückt sind.
Unter den rot blühenden Primeln ist die Mehl-Primel - Primula farinosa -
am meisten bekannt. In mittleren Höhenlagen bevorzugt sie
feuchte Wiesen und Moore, bei uns Almwiesen und Felsspalten - nass sollte es aber allemal sein.
Der Kelch ist stumpfkantig, das Blatt dünn, deutlich nervig, kahl, nur oberseits dicht mehlig,
länglich bis spatelförmig. Die Krone ist hellpurpurn, der Schlund gelb. Wuchshöhe 10- 30cm.
Der "Mehlstaub" welcher auffällig die Blattrosetten belegt ist ein Drüsensekret,
welches hauptsächlich aus Flavonen besteht.
Die Klebrige Primel - Primula glutinosa -
auch Blauer Speik genannt ist bei uns ebenfalls schon eine sehr
seltene Pflanze geworden auch wenn sie an ausgesuchten Plätzen noch nahezu flächendeckend vorkommt.
Auch sie ist streng geschützt.
Vereinzelt finden sich noch größere Bestände am Osthang des Gasteinertales.
Die Blüten stehen zu mehreren am Stängelende und duften stark.
Die Krone ist anfänglich kräftig dunkelblau, wird später eher schmutzig-violett und selten weiß.
Die Hüllblätter sind breit elliptisch, etwa 7- 11mm lang, den Kelch umschließend.
Stängel und Blätter stark klebrig. Die Blätter sind ganzrandig und fein gesägt.
Die Pflanze erreicht kaum 8cm an Höhe.
Die verschiedenen Arten der Soldanelle sind nicht ganz leicht zu unterscheiden.
Alle haben sie eine blaue, violette oder violettweiße Krone mit
fransig zerschlitztem Saum. Die Frucht ist eine Kapsel und öffnet sich mit einem Deckel.
Das Laubblatt ist klein, rundlich bis herzförmig und ledrig.
Die Alpen-Troddelblume - Soldanella alpina - hat eine blauviolette Blüte. Der Schaft ist 2-4blütig, die Krone mindestens bis zur Hälfte geschlitzt. Die Blütenstiele haben nur im Jugendstadium spärlich sitzende Drüsen und verkahlen später. Die Laubblattspreite ist ganzrandig oder spärlich gekerbt, mit breiter Basalbucht. Der Griffel ist länger als die Krone. Die Pflanze misst etwa 5- 10cm, kann aber auch vereinzelt bis zu 30cm hoch werden.
Die Zwerg-Soldanelle - Soldanella pusilla - hat ebenfalls eine
purpurn bis violette Blüte. Ihr Schaft ist aber fast immer 1-blütig und der Kronsaum ist nur bis zu 1/4 zerschlitzt
(Kronsaum also kürzer als die Kronröhre); auch der Griffel ist kürzer als die Krone.
Die Laubblattspreite ist 4- 10(20) mm breit, dünn, etwas nierenförmig und am Grund eingebuchtet mit deutlich
hervortretenden Nerven auf der Blattoberfläche.
Die Staubbeutelspitze ist unbegrannt.
Sie ist im Frühjahr einer der ersten Blütenpflanzen im Hochgebirge.
Wo der Schnee noch liegt kämpft sie sich
schon durch die teilweise dünn gewordene Schneeschicht, um ans Tageslicht zu gelangen. Sie ziert bereits die
Flächen des eben geschmolzenen Schnees, wenn die Almwiesen noch braun sind.
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Pflanzenwelt/Gasteinertal: Primeln
© 2010 Anton Ernst Lafenthaler
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