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GOb11 - Biotoptypen/Gasteinertal: Ans Wasser gebundene Lebensräume
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Biotoptypenkatalog Gasteinertal |
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Der Gebirgssee ist ein seichter bis tiefer, meist relativ
kleiner See in einer Hohlform im Hochgebirge, häufig mit
Blockufer wie der Palfnersee oder der Tauernsee. Sie sind klar und eher kalt (8– 12 °C)
mit wenig Biomasse im Wasser. Die Ufervegetation ist eher karg. Zuflüsse sind oft nur
Rinnsale oder kleine Bäche; ein oberirdischer Abfluss fehlt meist,
das Wasser versickert. Eine spezifische Flora gibt es bei den Gebirgsseen nicht.
Die Vegetationsperiode ist
sehr kurz und das Nährstoffangebot gering.
Auch Gletscherseen gibt es bei uns noch, wie z.B. unterhalb des Kreuzkogel,
mit regelmäßigem Umriss und trüben Wasser (Gletschermilch). Im
Sommer schwimmen Eisbrocken auf dem Wasser.
Alpiner Tümpel sind klein und flach (30 – 40 cm), meist in abflussloser Mulde.
Der Umriss ist unregelmäßig, das Wasser oft dunkel gefärbt.
Die Wasserspeisung erfolgt diffus mit starken Wasserspiegelschwankungen.
Tümpel sind im Hochgebirge oft lange zugefroren, wenn sie nicht unter
Quellwassereinfluss stehen. Die Wassertemperatur folgt streng der Lufttemperatur.
Sie sind Oft dystroph, insbesondere bei Weideeinflüssen.
Biotoptyp (Sbg.1994): Ans Wasser gebundenen Lebensräume - Stehenden oder langsam fließenden Gewässer 1.1
Vorkommen im Gasteinertal: Insgesamt 27 Seen, davon 26 oligotroph sind im Gasteinertal kartiert, inklusive Gletscherseen. Es sind überwiegend Gebirgsseen, meist oberhalb der Waldgrenze auf etwa 1.900 bis 2.200m Seehöhe gelegen. Als einziger nicht oligotropher See, sondern mesotroph gilt der Badesee beim Bertahof in Bad Hofgastein.
Speicherstausee sind starken jährlichen Wasserschwankungen unterworfen. Sie zeigen meist
eine zufriedenstellende Gewässergüte an.
Biotoptyp (Sbg.1994): Speicherstauseen 1.1.2.2
Vorkommen im Gasteinertal: Ein Flussstausee im Nassfeldertal und 3 Speicherstauseen sind im Gasteinertal kartiert. Dazu gehört der Untere Bockhartsee, sowie die Speicherseen Stubneralm und Fulseck. In den letzten Jahren entstehen zusehends neue Speicherseen, wie der Schlossalmsee und der gleichzeitig als "Kneippsee" neu errichtete Speichersee in der Fulseckregion.
| Temporäre Kleingewässer - Weiher | |||
| Weg zum Fulseck, Dorfgastein - Mooseck, Hofgastein 2006 | |||
Weiher sind natürliche Kleingewässer, die eine ausgeprägte Uferzonierung
aufweisen.
Sie sind eher flach, sodass sie zuwachsen können. Alle Weiher verlanden in absehbarer
Zeit. Es kommt aufgrund der geringen Tiefe auch zur ständigen Wasserzirkulation
ohne stabile Schichtung.
Biotoptyp (Sbg.1994): Weiher 1.1.3.1
Vorkommen im Gasteinertal:Lediglich 2 Biotope sind im Gasteinertal als Weiher kartiert und zwar der "Ecklgrubensee" auf den Gadaunerer Hochalmen und der Weiher auf der Walchalm nahe der Seebachscharte.
Teiche sind künstlich angelegte
Kleingewässer, deren Erscheinungsbild und ökologische Wertigkeit von der
Nutzungsintensität stark geprägt wird.
Ein Naturschutzteich - anthropogener Teich – wird als "Feuchtbiotop" bezeichnet.
Ein oberirdischen Zu- und Abfluss besteht häufig nicht; er wird durch Regenwasser aufgefüllt.
Schwankender Wasserspiegel ist charakteristisch.
Röhrichte sind häufig. Teiche sind auch Laichplätze für Amphibien.
Biotoptyp (Sbg.1994): Teiche, naturnah 1.1.3.2 / denaturiert 1.1.3.3
| Teich, naturnah bzw. denaturiert | |
| Dorfgastein Süd bzw. Bad Hofgastein | |
Teiche werden weiter aufgeschlüsselt in Weiher 1.1.3.1 - Teich, naturnah 1.1.3.2 und - Teich, stark beeinflusst bis denaturiert 1.1.3.3. Das "Feuchtbiotop" in Dorfgastein Süd wird von zahlreichen Amphibien besucht, insbesondere dem Grasfrosch und der Gelbbauchunke. Verschiedene Libellen sind ebenfalls hier anzutreffen. Zierteiche sind zahlreich und sehr variabel . . .
Vorkommen im Gasteinertal: Der Biotoptyp - Teiche, naturnah - ist im Gasteinertal mit 19 Biotopen vertreten. Selten sind es Fischteiche; öfter Teiche in Parks oder in Schilfröhrichten wie bei der Patschgwiese in Dorfgastein.
Vorkommen im Gasteinertal: Der Biotoptyp - Teiche, denaturiert - ist im Gasteinertal mit 25 Biotopen vertreten. Häufig sind es Fischteiche, die als solche genutzt oder angelegt wurden.
| Kleingewässer - Tümpel | ||
| Graukogelgebiet - Gasteinertal 2006 | ||
Tümpel können oligotroph - Quelltümpel bis dystroph - Moortümpel sein.
Moortümpel sind meist arm an Wasserpflanzen und Wassertieren.
Die noch intakten Quelltümpel – Limnokrene -
sind ebenfalls artenarm, weil die besonderen Bedingungen eine Spezialisierung erfordern.
Biotoptyp (Sbg.1994): Tümpel 1.1.4.1
| A - Tümpel 1.1.4.1 | |||||||||
| B - Tümpel 1.1.4.1 | |||||||||
| C - Tümpel 1.1.4.1 | |||||||||
| D - Tümpel 1.1.4.1 | |||||
Vorkommen im Gasteinertal: Der Biotoptyp - Tümpel - kommt im Gasteinertal über 200 mal vor; genau 210 derartige Biotope sind kartiert. Oft sind es nur kleinere, unscheinbare Gewässeransammlungen von geringer Tiefe, nicht selten aber weisen sie geradezu die Größe von weit sichtbaren Gebirgsseen auf. Aufgrund der geringen Wassertiefe sind sie aber stets als Tümpel zu bezeichnen.
| Lemnetum minoris | ||
Anmerkung: Entsprechend der - Biotopkartierung für Salzburg -
bzw. der Kartierungsanleitung, bearbeitet von Günther Nowotny und Hermann
Hinterstoisser et al. April 1994
beinhaltet der Biotopkomplex - Ans Wasser gebundenen Lebensräume - noch die
Biotopgruppen -
1.2 Fließgewässer -
1.3 Auen und Auwälder -
1.4 Moore und Moorwälder -
1.5 Röhrichte
und Großseggensümpfe - und die -
1.6 Feuchtlandschaftsreste in der Kulturlandschaft.
Die Auenstillgewässer werden dem Biotop-Komplex "Auen",
die dystrophen Gewässer dem Biotop-Komplex "Moore und Moorwälder" zugeordnet.
Makrophyten- und Schwimmblattgesellschaften sind im Gasteinertal nicht vorhanden.
Der Schlüssel für die - Biotoptypen nach Haeupler & Gavre - bzw. nach Haeupler & Muer (2000) kennt als die limnischen Lebensräume die - stehenden Gewässer - L3
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- Biotoptyp : Fließgewässer |
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Gastein im Bild - Ökologie/Biotoptyp
Stehende oder langsam fließende Gewässer
© 29.9.2010 by Anton Ernst Lafenthaler
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