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GF - Pilze im Gasteinertal: Sprödblättler - Russulaceae
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    Sprödblättler

    Die Sprödblättler - Russulaceae - sind mit den einzigen 2 Gattungen, den Täublingen und den Milchlingen gar leicht zu erkennen und abzugrenzen. Die Täublinge wie die Milchlinge sind zahlreich in unseren Wäldern vertreten, werden aber selten oder gar nicht als Speisepilze gesammelt, da sie meist wenig genießbar und deren unterschiedliche Arten schwer zu differenzieren sind. Manche sind gar ungenießbar und unverträglich, auch wenn es keine tödlich giftigen Arten in dieser Familie gibt.
    Die Täublinge - Russula - sind leicht zu erkennen am brüchigen Stiel, ebenso wie den brüchigen Lamellen, was ihnen auch den Namen Sprödblättler einbrachte. Die Milchlinge - Lactarius - wiederum sind leicht an der austretenden milchigen bis wässrigen Flüssigkeit im Anschnitt auszumachen - aber Vorsicht, bei trockenem Wetter versiegt die Milch und können so zu Verwechslungen Anlass geben.
    Die beliebten Speisepilze aus dieser Gruppe, der Echte Reizker wie der Frauen- und der Speisetäubling sind im Gasteinertal wenig bekannt und der Echte Reizker kommt wie ich meine bei uns gar nicht vor. Alle mild schmeckenden Täublinge sind essbar aber keine besonders guten Speisepilze mit Ausnahme des Frauentäubling und des Speise-Täubling. Die Verwechslungsgefahr mit anderen Täublingen ist allerdings groß.

    Kennzeichen
    Mittelgroße Pilze mit brüchigem Fleisch und lebhaft gefärbter Huthaut kennzeichnen die Täublinge. Die Lamellen splittern beim Darüberstreichen mit dem Finger leicht ab. Die Bestimmung der einzelnen Arten ist schwierig. Eine Kostprobe unterscheidet die vielen Arten; sie schmecken mild oder sehr scharf. Auch ist die Farbe des Sporenpulvers wichtig! Tritt Flüssigkeit (Latex) aus, identifiziert dies die Milchlinge, welche weiter durch Geschmack, Milchfarbe und mikroskopisch zu unterscheiden ist.

    Allgemeine Merkmale
    Pilze mit sprödem, nicht faserigem Fleisch. Hut ausgebreitet. Huthaut oft lebhaft gefärbt, leicht abziehbar. Fleisch hart aber brüchig, mit und ohne "Milchsaft". Lamellen brüchig. Stiel brüchig oder spröde, keine Velumreste. Sporenpulver weiß bis ocker. Sporen amyloid.

    Bestimmungshilfe zu den "Allgemeinen Merkmalen":
    OHNE Milchsaft:
    - Hutfarbe variabel. Geschmack mild. Sporenpulver weiß bis cremefarben = Frauen-, Wiesel- und Speise-Täublinge
    - Geruch nach Hering. Geschmack mild = Herings-, Brätlings-Täublinge
    - Fleisch sehr hart. Geschmack mild. Sporenpulver gelb = Leder-Täublingsähnliche
    - Graufärbung des Fleisches nach Verletzung = Graustiel-Täublinge
    - Hut schmierig, ockergrau. Hutrand stark gerieft = Stink-, Mandel- und Kamm-Täublinge
    - Hutfarbe leuchtend rot. Lamellen und Stiel weiß = Spei-Täublingsähnliche
    - Hutfarbe rot, schwarzrot bis grünlich. Sporenpulver cremefarben bis gelb = Blut-Täublingsähnliche
    - Pilze kompakt. Fleisch rötend oder schwärzend = Hartfleisch-, Schwarz- oder Weiß-Täublinge
    MIT Milchsaft (Latex), Lamellen weniger spröde:
    - Milch orange-rötlich (alle essbar)= Blutreizker - Echter Reizker, Fichten-Reizker . . .
    - Milch weiß, verfärbt sich violett (keine Speisepilze) = Uvidi - Grubiger Milchling
    - Milch weiß, verfärbt sich rosa = Fuliginose - Mohrenkopf
    - Milch weiß, gilbend (keine Speisepilze) = Tabidi
    - Milch weiß, bräunend, mit Fischgeruch = Volemi - Brätling
    - Hutrand wollig bis filzig (ungenießbar bis giftig) = Tricholomoidei
    - Milch bleibt weiß (ungenießbar bis schwach giftig) = Pyrogati
    - Milch weiß, helle Pilze = Albati
    - Milch spärlich oder wasserklar, intensiver Geruch (keine Speisepilze) = Colorati
    Weitere Merkmale und Abbildungen im - Archiv - . . .

    Spei-Täubling

    Russula emetica

    Spei-Täubling

    Der Spei-Täubling kommt natürlich auch bei uns vor und wer sich vorgenommen hat, auch Täublinge in den Speisplan aufzunehmen, sollte diesen Pilz kennen. Seine Huthaut ist leuchtend rot, seine Lamellen und der Stiel weiß und spröde. Die Huthaut ist abziehbar und das Fleisch darunter kann leicht rosa hervortreten. Unbedingt erforderlich ist die Geschmacksprobe. Ein brennend scharfer Geschmack auf der Zunge sollte zur richtigen Diagnose führen und somit auch keinesfalls dem Pilzgericht beigemengt werden, denn heftiges Erbrechen und Durchfälle wären die Folge. Der Spei-Täubling kommt bei uns in größeren Höhen im lichten, bemoosten Fichtenwald vor, gemeinsam mit dem Apfel-Täubling, deren Huthaut mehr kirsch- bis scharlachrot aussieht, mild schmeckt und so auch essbar wäre, ist man sich der Bestimmung sicher.

    Zitronentäubling

    Russula ochroleuca

    Zitronentäubling

    Der Zitronentäubling auch Ocker-Täubling genannt, ist der häufigste Täubling überhaupt. Er wächst im Sommer wie im Herbst unter Nadel- und/oder Laubbäumen sehr gesellig und ist auch bei uns weit verbreitet und überall anzutreffen. Der erst konvexe Hut flacht sich bald ab und wird ein wenig eingedrückt. Der Hutdurchmesser kann 10 cm auch überschreiten. Die glatte, glänzende Huthaut lässt sich großflächig abziehen. Die gedrängten Lamellen sind wellig oder gewölbt und sitzen dem Stiel an. Anfangs sind sie schneeweiß, färben sich aber bald gelblich. Der Stiel ist mehr oder weniger zylindrisch und an der Basis etwas verdickt, voll, später schwammig und grau. Das Fleisch ist weiß, unter der Huthaut hingegen gelblich und sehr spröde. Der Pilz riecht kaum oder gar nicht. Als Speisepilz taugt er wenig und wird hierzulande auch nicht gesammelt.

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    Gastein im Bild - Sprödblättler
    © 21.11.2008 by Anton Ernst Lafenthaler
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