ET - Menschenwerke/Gasteinertal: Frühe Bauten - Bad Gastein
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Menschenwerke |
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Menschenwerke . Gasteinertal
Frühe Bauten
Wildbad
Die Entstehung der ersten Badeeinrichtung kann urkundlich nicht nachgewiesen werden.
Eine erste, unmittelbar an den Quellen liegende Behausung scheint 1350 in der Gasteiner Leibsteuerliste auf.
Eine erste Taferne wird urkundlich erst 1401 belegt und heißt
später "Mitterbad" bzw. Mitterwirt und kann wohl als die älteste
gelten, musste aber 1865 dem Kirchenbau weichen.
Schon 1401 wird aber eine zweite Taferne, das "Niederbad" (heute Grabenwirt) genannt,
eine dritte Taferne mit Bad in den Jahren 1456 - 1462, dem Mittereck (seit 1596 - 1980
im Besitz der Familie Straubinger) und eine vierte Taferne, wo bis 2007 der Gasteinerhof stand.
In der Folge entstanden viele Söllhäuser und eine geschlossene Ortschaft entstand.
Nach der Einführung der neuen Verfassung durch Kaiser Franz Josef I. 1849 begann der Aufschwung in Gastein.
Das einst entlegene Wildbad wurde zum Weltbad, Hofgastein zu einem bekannten Heilbad.
Berühmte Persönlichkeiten kamen nach Gastein und mit ihnen entstanden monumentale
Bauten.
Die Bauten zur Kaiserzeit
Die "Kaiserzeit" war für Bad Gasteins Tourismus von größter Bedeutung. Von Jahr zu Jahr
stieg die Zahl der Kurgäste an. Nach Fertigstellung der Tauernbahnlinie kam es zum weiteren Anstieg
der Besucher. Parallel mit diesem Gästezuwachs musste auch die Bautätigkeit Schritt halten. Wo es im
Jahr 1871 lediglich 24 Hotels gab, waren es 1905 schon 57 Fremdenbeherbergungsbetriebe mit 21.531 Zimmern.
Die alten Holzhütten, die über Jahrhunderte das Ortsbild prägten, wurden durch moderne Großbauten ersetzt.
Es entstand ein imperiales Kurzentrum mitten im Gebirge.
Das neu entstande Ortsbild war von ausgewogener Homogenität, wobei fast
sämtliche monumentale Bauwerke dieser Zeit dem Architekten - Josef Wessiken - und dem aus Friaul stammenden,
Baumeister - Angelo Comini - zuzuschreiben sind, gefolgt vom Baumeister -
Franz Xaver
Franzmair - u. a.
» Villa Solitude «
Freiherr von Mesnil erwarb am 11. August 1838 von Peter Straubinger den Krenitzberg und erbaute dort,
die Solitude.
Johann Freiherr von Mesnil, eröffnet 1839 mit der Villa Solitude erstmals eine "gehobene Gastronomie"
in Gastein. Später gehörte das noble Gebäude Graf Lehndorff, dem Generaladjudanten Kaiser Wilhelm I.
Gräfin Lehndorf, geborene Gräfin Hahn, Gattin des Generaladjutanten Kaiser Wilhelms I. erlaubte
in ihrer Villa Solitude bis zur Fertigstellung der evang. Kapelle in Badgastein Gottesdienste abzuhalten
(bis zur feierliche Einweihung der Christophoruskapelle am 6. Juli 1872).
Für wohltätige Zwecke wurden hier auch Theaterveranstaltungen durchgeführt.
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| Villa Solitude - Bildgalerie - Kaiser-Franz-Josef-Straße |
» Meranhaus «
Erzherzog Johann, ein Bruder Kaiser Franz I. ließ sich in den Jahren 1828 bis 1830 eine Villa erbauen,
das alte Haus Meran, heute Kurhaus Meranhaus,
welches er alljährlich bis zu seinem Tode mit seiner Frau, der Gräfin Meran, der bekannten Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl, aufsuchte
Die Nachkommen aus der Ehe mit Anna Plochl nannten sich Grafen von Meran.
Muchar, 1834 schreibt: "1825 besuchten Se. kaiserliche Hoheit der durchlauchtigste Erzherzog Johann das Gasteiner
Wildbad; und im Jahre 1828 - 1829 ließ sich der durchlauchtigste Erzherzog daselbst ein eigenes Wohnhaus erbauen."
» Russische Cafe . Bellevue «
Der Schlosszimmerwärter Haas ris 1838 das alte Bockhäusl ab und ließ durch den Zimmermeister Emil an seiner
Stelle das Cafe Bellevue errichten, welches man, da dort besonders gerne russische Kurgäste verkehrten, auch
das "Russische Cafe" nannte. Es hatte zwar noch keine Thermalbäder im Hause,
beherbergte jedoch eine Anzahl von Gästen und bildete insbesondere einen beliebten Ausflugsort der Kurgäste
(Quelle: Zimburg).
Das Hotel Bellevue, das im Jahre 1910 in den Besitz des Herrn Leopold Wührer überging,
wurde durch Zu- und Umbauten auf 100 Zimmer vergrößert.
Zubauten erfolgten durch Baumeister - Angelo Comini - in den Jahren 1882, 1886, 1902 und 1912.
Am Bau von Nebengebäuden war Baumeister - Franz X. Franzmair - in den Jahren 1939, 1952 und 1955
wesentlich beteiligt (Quelle: Lorenz Krisch).
Im Dezember 1992 entstand im Dachgeschoss ein Großbrand. Die deutsche Firma "Metro Ferienclub" übernahm das
ausgebrannte Hotel und errichtet 1995 einen kompletten Neubau (Quelle: Lorenz Krisch).
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| Russische Cafe . Bellevue |
» Die Prälatur . Elisabethhof «
Der Kreishauptmann von Salzburg, Graf Montecuccoli, erwarb das Bauernhaus "Die Prälatur", und errichtete an
seiner Stelle ein vollkommen modern eingerichtetes Miethaus mit Thermalbädern, welches 1837 seine ersten Gäste
aufnehmen konnte.
1882 erbaute der Stammvater der Gasteiner Hoteliersfamilie, Alois Windischbauer, neben der alten Prälatur den Elisabethhof.
Das Hotel Elisabethpark wurde vom Architekten Wessicken geplant und von Baumeister Comini in den Jahren 1908 - 1910 errichtet.
vielen Instandsetzungs- und Umbauarbeiten wurden vom Bauherrn Franz X. Franzmair durchgeführt.
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| Prälatur . Elisabethpark . Elisabethhof |
» Armenspital . Gasteinerhof «
Nachdem das Armenspital 1892 abgebrochen wurde, welches mittellose Kranke beherbergte, entstand an der gleichen Stelle das Hotel
Gasteinerhof. Die Fortsetzung der alten Armenbadstiftung manifestierte sich durch einen
Neubau unmittelbar unterhalb der Nikolauskirche (heute Badehospitz). Nachdem der Gasteinerhof in den letzten Jahren
dem Verfall preisgegeben und im Jahre 2007 abgetragen wurde, findet sich heute nur mehr ein Parkplatz.
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| Gasteinerhof, ehem. Armenspital |
» Hotel Straubinger «
Vorher war die Straubingertaverne, ein 3-geschoßiger Holzbau, darunter mehrere Badehütten,
Der Mühlgraben führte links vom Straubinger vorbei, der Wasserfall rechts.
So stand das Straubinger sozusagen auf einer Fels-Insel, daher der alte Name
"Mittereck". Diese "Taverne am Mitterecke" wurde 1509 erbaut und 1839 abgebrochen,
um einem 1843 fertiggestellten "Riesensteinbau" Platz zu machen.
Das Hotel Straubinger erlangte 1865 Weltruf, weil hier der "Gasteiner Vertrag" unterzeichnet wurde.
Seit Jahren ist das berühmte Hotel Straubinger dem Verfall preisgegeben . . .
» Kurhaus Grabenbäckerquelle «
Das Grabenbäcker Anwesen und gegenüber unterhalb der Preimskirche, die ehemalige "Untere Taverne"
des Graben Wirts ist auf einer Lithographie von Louis Waller von 1820 dargestellt.
Beide existierten bereits im 16. Jahrhunderts und gehörten zusammen.
Bereits im Jahre 1493 soll dem Georg Främinger dort die Tavernen-Gerechtsame
verliehen worden sein.
Ein Zubau erfolgte 1891 und 1912/13 durch Baumeister Angelo Comini.
Leider konnte das Gebäude nicht mehr restauriert werden und wurde im Herbst 2008 abgetragen.
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| Grabenbäckerquelle |
» Hotel Sponfeldner «
Auf einem Ölgemälde von A. Behrendson aus dem Jahre 1847 befindet sich am Platz des
heutigen Appartementhotel Sponfeldner bereits ein gemauertes Haus. Das Hotel Sponfeldner selbst wurde von -
Baumeister Angelo Comini - in den Jahren 1906 - 1909 erbaut.
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| Hotel Sponfeldner |
» Postamtsgebäude «
Das Postamtsgebäude am Straubingerplatz wurde von Josef Wessicken geplant und gemeinsam mit Angelo Comini
in den Jahren 1887/88 gebaut, anstelle des alten Straubingerschen Waschhauses.
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| Postamtsgebäude |
» Badeschloss «
Vor dem Bau des Badeschlosses
gab es nur Holzhäuser ohne jeglichen Komfort.
Erzbischof Hieronymus entschloss sich deshalb zur Errichtung eines Badeschlosses am Straubingerplatz (1791 – 1794);
der erste Steinbau Gasteins.
Im Herbst 1857 wurde das Dach des Badeschlosses abgetragen und noch im gleichen Jahre zwei neue
Stockwerke aufgesetzt, so daß statt dem einstöckigen alten Badeschloss nunmehr ein dreistöckiges Gebäude stand;
1879 - 1881 kam der Saaltrakt des Badeschlosses hinzu. Im Jahre 1924 wird
die historische Badeschloss-Freitreppe abgebrochen, um an ihrer Stelle Geschäftslokale zu errichten.
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| Badeschloss am Straubingerplatz |


Quellen: Die Informationen wurden teilweise der Schriftenreihe des Gasteiner Museums von Mag. Dr. Laurenz Krisch:
"Die Geschichte des Kaiserhofes in Bad Gastein" -
dem Buch: "Die Geschichte Gasteins und des Gasteiner Tales" von Heinrich von Zimburg, 1948
und dem Buch "Gastein und seine Geschichte"
von von S. Hinterseer / L. Krisch und dem Buch: "GASTUNA - Das alte Gastein" von Fritz Gruber,
Verlag Rauter by HLP, 1993 - entnommen.