Gastein im Bild - Ereignisse/Almabtrieb in Nassfeld
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EE04 - Gasteinertal/Ereignisse: Almabtrieb in Nassfeld/Sportgastein
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    Almabtrieb

    Schafabtrieb im Nassfeld

    Schafabtrieb, Nassfeld (2003)

    Die Gasteiner Bauern (und Umgebung) sind zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen und bringen alljährlich ihre Schafe ins Nassfeld, um sie den ganzen Sommer auf den Almen zu belassen. Nachwuchs ist dabei ebenso dem natürlichen Vorgang unterworfen wie Verringerung des Bestandes durch Absturz, durch Schneelawinen, durch jagende Hunde von Touristen (eigene Beobachtung!) oder durch "Einschneien". Den Lämmergeiern, denen immer wieder das Jagen von Schafen angedichtet wird, trifft keine Schuld - sie sind Aasfresser.

    Schafe im Nassfeld

    Alljährlich - in diesem Jahr am 11. September 2004 - werden im Nassfeld (Sportgastein) die Schafe von den Almen der Hohen Tauern heruntergetrieben. Sie werden früh morgens auf den Almen zusammengetrieben und bis spätestens 9.00 Uhr vormittags ins Tal gebracht, wo sie bei der Genossenschaftsalm gesammelt werden und auf ihre Besitzer warten. Alle Schafe sind markiert und können so eindeutig dem Eigentümer zugeordnet werden. So mancher vermisst ein Schaf, andere wieder freuen sich über den Nachwuchs. Dicht gedrängt warten die Schafe auf den Heimtransport. Den ganzen Sommer über waren sie allein und gehen nicht freiwillig mit. Sie müssen eingefangen werden - ein sehenswertes Schauspiel. Selbst Kinder sind begeistert dabei, ihre Schafe festzuhalten, um sie wieder zurück auf ihren Bauernhof nehmen zu können . . .

    Schafe im Nassfeld Schafe, einfangen Bergschafe im Nassfeld
    Die Schafe müssen erst eingefangen werden ...

    Musik und Kulinarisches wird hier geboten und man bekommt die seltene Gelegenheit, alle Schafrassen, die in Gastein und deren Umgebung gehalten werden zu besichtigen. Den weitaus größten Anteil bilden dabei die Bergschafe, der Anteil anderer Schafrassen ist aber deutlich steigend. So findet sich unter den Schafen im Nassfeld neben dem bekannten weißen Bergschaf auch das braune Bergschaf, das Texelschaf, das Suffolk, das Kärntner Brillenschaf u.a.

    Schafe im Gasteinertal

    Das Bergschaf

    Das weiße Bergschaf hat in Österreich einen Anteil von etwa 60% - Es ist ein mittelgroßes weißes Schaf mit leicht geramsten Kopf und sehr langen, fleischigen Hängeohren. Sie betragen mindestens 50 bis 70 % der Kopflänge. Keine Hörner. Es ist gut an rauhe Haltung und hohen Niederschlägen angepasst. Charakteristisch sind die harten Klauen und die hohe Steig- und Trittsicherheit. Die jährlich Wollmenge liegt bei 5 kg (bei Böcken bis 7 kg). Das Bergschaf geht auf das Steinschaf insbesondere auf das norditalienische Bergamasker Schaf zurück, welches lange zuvor als schweres Hängeohrschaf bekannt war.
    Aus dem weißen Bergschaf ging später das braune und die gescheckten Bergschafe hervor. Es ist zu bedenken, dass die weiße Wolle aus den ursprünglich schwarzbraunen wilden Stammformen selektiert wurde. Diese waren ja in der Regel einfarbig braun, schwarz oder gescheckt. Umgekehrt machte die gezielte Selektion auf dunkle Tiere aus den weißen Schafen wieder braune Schafe.

    Das schwarzköpfige Fleischschaf

    Schwarzköpfiges Fleischschaf

    Dieses großrahmige Schaf mit weißer Wolle und schwarzen Kopf, sowie schwarzen Beinen vom Vorderknie bzw. Sprunggelenk abwärts wird zunehmend auch in Gastein gehalten und schlichtweg "Schwarzkopf" genannt. Die kräftigen Ohren stehen seitlich ab. Die jährliche Wollmenge ist nicht ganz so ergiebig wie beim Bergschaf. Es ist ein ausgesprochendes Fleischschaf und deshalb wohl auch in zunehmendem Ausmaß in Gastein beliebt, da Schafwolle derzeit nicht gefragt scheint. Dieses Schaf entstammt Fleischschafrassen aus Großbritannien und hat besonders in Deutschland seine größte Verbreitung, findet aber zunehmend auch in Österreich größere Beliebtheit.

    Das Suffolk

    Suffolk

    Die Wolle ist weiß. Kopf und Beine vom Vorderknie bzw. Tarsalgelenk abwärts schwarz. Der Kopf ist bis hinter die Ohren unbewollt. Die Ohren sind lang, dünn und etwas hängend. die Brust ist weit nach vorne geschoben und breit, der Rücken lang und breit. Hornlos.
    Es ist im 18.Jahrhundert in England aus der Kreuzung von Norfolk und Southdown entstanden. Es war bis 1886 als Norfolk-Southdown und Blackfaces bekannt. Es wird zur Verbesserung der schwarzköpfigen Rassen verwendet und findet sich mittlerweile auch in Gastein.

    Das Texel-Schaf

    Die bewollten wie unbewollten Körperregionen dieses mittel- bis großrahmigen Schafes sind weiß. Die Nase ist dunkel und an den Ohren finden sich häufig durchscheinende Pigmentflecken. Der Kopf ist eher breit und flach. Die Ohren sind kräftig, mittellang, der Hlas kurz und stark bemuskelt, relativ kurzbeinig, hornlos.
    Es ist ein ausgesprochens Fleischschaf, die Lämmer sind frohwüchsig und nehmen pro Tag bis zu 400 g zu. Die jährliche Wollmenge liegt bei 5 - 6 kg. Ursprünglich stammt es von der niederländischen Insel Texel, wo es angeblich von Seefahrern aus der Ostküste Afrikas mitgebracht worden sei. Es wurden dann englische Schafrassen eingekreuzt und ist derzeit das häufigste Schaf in den Niederlanden. Seither immer wieder neue Kreuzungsversuche zur Verbesserung der Leistung. Auch in Gastein sollen derartige Rassen vertreten sein (?) . . .

    Von Reiseberichten Anfang des 19. Jahrhunderts ist bekannt, dass im Nassfeld schon damals "aus Kärnthen und Gastein mehrere hundert Stück Hornvieh und Pferde, und über 4000 Schafe und Ziegen gegen Ende Junius zur Weide getrieben, und im September wieder zurück geführt wurden."

    Siehe auch die Seiten:
    - Tiere - Schafe - Gasteinertal
    - Archiv - Nutztiere - Schafe

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    © 15.9.2004 by Anton Ernst Lafenthaler
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