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Menschenwerke | ||
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Die Straße führte östlich der Hagener Hütter über den Sattel, querte den Hang oberhalb des Bergsees und
gelangte bei 2.420 m Seehöhe zu einer zweiten
Einsattelung, die am Grat die Grenze Salzburg-Kärnten bildet.
Nicht etwa das westlich der Hütte gelegene Joch wurde benutzt, denn es liegt um 20 m höher als die leichter
erreichbare Scharte östlich davon, sondern wie bereits angedeutet die Einsattelung im Bereich des Grates, der die Landesgrenze
zwischen Kärnten und Salzburg bildet.
Knapp unterhalb davon springt eine Felsnase
vor (10 m östlich des AV-Weges), die einen künstlich angebrochenen Absatz aufweist, über den
wohl die alte Fahrstraße gebaut worden ist. Diese Strecke zwischen Einsattelung am Grat der Mallnitzer Tauern und dem nördlichen Ende der Felsriffe,
war eine technische Meisterleitung der früheren Straßenbauer.
Etwa 100 m von der Scharte entfernt ist die Straßentrasse
in voller Breite zu sehen. Dann folgt eine breite Kehre bei 2410m Seehöhe und danach eine zweite 20 m tiefer.
Nun verläuft die Straße wieder ostwärts, wo nach rund 50 m die Felszone von einem vom Gebirgsgrat gelöste Blockhalde folgt.
Hier sind Reste der Dammstraße bis zu 8 m abgerutscht. Die nächste Kehre wurde erst nach dieser Blockhalde angelegt.
Knapp vor der genannten Kehre konnte nach Freimachen der Felsoberfläche künstlich geschaffene Felsabsätze zum Vorschein.
Es waren sauber abgemeißelte Stufen, auf denen noch Blöcke der Stützmauer lagen. Die Meißelspuren verlaufen schräg und sind 4,5 cm breit.
Die quer nach der Blockhalde zurück nach Südwesten führende Trasse ist durch das Blockfließen erheblich zerstört. Es folgt dann aber
wieder eine sehr gut erhaltene Kehre, welche direkt in den heutigen Alpenvereinsweg einmündet.
| Mallnitzer Tauern, Römerstraße im Felsbereich | |||||
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| Mallnitzer Tauern, Römerstraße nahe dem Alpenvereinsweg (2.360 - 2.420m) | ||||||
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Nach Verlassen der Felsschrofen zieht die als schwacher Absatz erkennbare Trasse zunächst noch
länger oberhalb des AV-Weges, und dann in einer im Steilhang längst abgekippten Kehre zurück,
etwa zu jenem Punkt, wo der AV-Weg an den Trockenmauern einer verfallenen Hütte vorbeiläuft.
Erst etwas abwärts und östlich vom AV-Weg tritt die Trasse aufgrund ihrer charakteristischen segmentartigen
Abschnitte und ihres geringen Gefälles gut verfolgbar wieder in Erscheinung. Ihr Verlauf hält sich an den
Ostrand des mäßig fallenden oberen Eselkar und schwingt in langen Strecken und mit wenigen Kehren hin und her.
Es besteht kein Zweifel, dass die Straße dann in Richtung Osten das Eselkar und den Bach querte, obwohl keine Reste von ihr mehr erfassbar sind. Hier herauf sind stattdessen mehrere flechtbandartig eingeschnittene Saumpfade neben dem AV-Weg zu erkennen. Auf dem plateauförmigen Hangrücken östlich vom Bach zeichnet sich jedoch die weitere Trassenführung wieder gut sichtbar ab. Zunächst läuft sie auf einer fast ebenen kleinen Hochfläche dahin, um dann unmittelbar am ersten Geländeabsatz mit einer Kehre nach Westen zu schwenken. Dann verliert sich die Spur wieder.
Am unteren Rand des Felsbandes (Gugl) nach einer lang ziehenden Geraden ist dann die Kehre festzulegen.
Von hier zieht die Straße in einer langen, verschwommen sichtbaren Linie quer durch das Eselkar nach
Osten zurück. Diese Linie ist gut im Abendlicht vom Bockhart aus zu sehen.
Schließlich ist die Trasse am östlichen Rand des Eselkars, auf dem oberen Hang der Tauernleiten im Bereich
einer Blockhalde wieder genau festzulegen.
Weiter nach Osten findet man eine Kehre auf 1.860 m Seehöhe.
Diese Kehre zeigt eine jüngere
Variante an. Die ältere Variante verlief nämlich geradeaus nach Osten weiter.
Letztlich zieht die Trasse im Bereich sanft fallender Wiesenhänge mit Serpentinen und schwach im Gelände ausgebildeten Kehren in Richtung Eggeralm nach Südosten und geht in drei noch gut sichtbaren Kehren zum Talboden des Nassfeldes.
Im Nassfeld sind keinerlei Reste einer älteren Straßenführung erkennbar. Damit ist leider der Anschluss der Straße vom Mallnitzer Tauern in Richtung Norden nicht klar. Entweder zog die Straße durch das schluchtartig eingezogene Nassfeldtal ins Gasteinertal oder hinauf ins Bockhartgebiet - oder beides . . .
Charakteristika der Mallnitzer Tauern-Straße: Bei der Straße auf den Mallnitzer Tauern handelt es sich um eine 3,4 bis 4 m breite Fahrstraße mit geringer Steigung. Reliefgegebenheiten werden gut ausgenützt. Im felsigen oberen Bereich wurden längere, mit Stützmauern abgesicherte Strecken errichtet. Hier setzen oft hunderte Meter lange Abschnitte in Form von spitzwinkeligen Kehren aneinander. Im Bereich dieser Kehren ist die Straße dann stark verbreitert. Die Hauptintention wahr wohl, mit langen Strecken und wenigen Kehren Höhe zu gewinnen. Dabei wurde auch ungünstiges und gefährliches Gelände für die Streckenführung gewählt. Lange kann die Straße nicht in Verwendung gewesen sein. Sie war immer wieder vermutlich schon nach kurzer Zeit mehreren Stellen verrutscht oder gar abgestürzt. Die Straße muss ein hohes Alter haben, denn es sind keine Überlieferungen über sie bekannt. Zahlreiche verschüttete und zerstörte Stellen der Straße sprechen ebenfalls für ein hohes Alter. Auch ist die Straße ist extrem flach. Im Mittelalter wurden kurz angesetzte Serpentinen mit größerer Steigung angelegt, für Mensch und Tragtier besser geeignet.
| Siehe auch die Seiten: |
| - Mallnitzer Tauern - Alpenflora - KG Böckstein
- Weißenbachtal - Bergflora - KG Böckstein - Wanderwege - Hagener Hütte - ... |
Hinweis: Der Text entspricht überwiegend Auszügen aus dem Buch "Hochalpine Altstraßen im Raum Badgastein-Mallnitz" von Andreas Lippert Verlag WGÖ-1993. Dabei wurde in den Jahren 1989 - 1991 unter der Leitung von T. Planta eine Altstraßendokumentation im Bockhart, am Mallnitzer Tauern und am Korntauern durchgeführt. Mitarbeitern F. Gruber, R. Krauß, A. Lippert, E. Schanes, A. Fleckingenr, T. Törrer.
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© 11.7.2011 by Anton Ernst Lafenthaler
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