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Ereignisse | ||
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Das Erntedankfest ist allgemein nicht an ein bestimmtes Datum gebunden, findet aber im Gasteinertal immer
im September statt und wird alljährlich im Rahmen einer Hl. Messe kirchlich gefeiert.
Dabei werden mitgebrachte Gaben wie Äpfel, Brot, Käse, Butter u.a.m. geweiht, ebenso wie die Erntekrone.
Im 4-jährigen Zyklus wird dabei auch ein
Umzug organisiert, der von der Bevölkerung mit Begeisterung begleitet wird. Ein Fest der besonderen Art . . .
Sebastian Hinterseer schreibt in seinem Buch - Geschichte Gasteins: "Selbstverständlich feiert man Ende Oktober auch den Erntedank, und zwar sowohl in der Kirche als auch bei Lied und Tanz. Ist die schwere Arbeit auf Feld und und Alpe zu Ende, so versammelt der Hauswirt seine Familie und alles Dienstgesinde zu einem Dankesfest, bei dem es auch dann ein besseres Mittagessen, meist einen Trunk selbsterzeugten Brantweines, besseres Brot, besondere "Striezl" und Wecken gibt, die in früheren Zeiten auch mit besonderen Verzierungen beschmückt wurden. Zum Erntedankfest werden in der Kirche gebracht: Butter, Käse, sonstige Milchprodukte, besonders schön geratene Früchte, Krautköpfe, Kohlrabi, Kartoffel. Diese Gaben erhielt der Messner . . ."
Am 23. September 2007 wurde in Bad Hofgastein die katholischen Hl. Messe zum Erntedank gefeiert. Dabei wird die Erntekrone, liebevoll gestaltet von der Katholischen Landjugend in die Liebfrauenkirche zu Hof gebracht und vor dem Altar abgestellt.
Bis zur Kirche begleitet die Kameradschaftsmusik (Heimkehrer) Bad Hofgastein die Erntekrone.
Der Ernteabschluss soll schon sein langer Zeit mit einem Festmahl für Gesinde und Saisonarbeiter beim Bauern oder Gutsherrn begangen worden sein. Dabei erfolgte das Schmücken des letzten Erntewagens mit Blumen und Bändern sowie die Überreichung des "Erntekranzes" als Lohn- und Festaufforderung. Der Ursprung des Erntedankfestes soll bis in die vorchristliche Zeit zurückreichen. Der Erntedankumzug, welcher alle 2 bzw. 4 Jahre im Gasteinertal stattfindet, nahm in diesem Jahr in Badgastein seinen Ausgang und endete in Bad Bruck. Zahlreiche aufwendig geschmückten Wägen, Musikkapellen u.v.m bildeten den Zug. Das bäuerliche Leben einst und jetzt, das Handwerk, welches zunehmend auszusterben droht, wie auch die heute noch traditionelle Handwerkskunst waren vertreten. Zuvor aber wurde wie auch in Bad Hofgastein und Dorfgastein die Hl. Messe abgehalten . . .
Der Zug wird angeführt von den Herreitern. Sie haben die Aufgabe auf den Umzug aufmerksam zu machen.
Dies geschieht mit ihren Peitschen, die sie kunstvoll über sich schwingen und durch abrupte Umkehr der
Drehrichtung ein lautes Schnalzen erzeugen. Sie schaffen so Platz für die nachkommenden Wägen.
Einen Herreiterverein gibt es in Bad Gastein wie in Bad Hofgastein.
Es folgen die Bürgermusikkapelle, die Erntekrone
und anschließend weitere Vereine, Handwerker und allerlei Wägen, die bäuerliche Arbeitsweisen
aufzeigen.
Das traditionelle "Lebzeltenziehen" wird hier repräsentiert durch den "Herzerlwagen", der um die 800 Herzerl mitbrachte. Der Frauensingkreis und die Goaßlschnalzer aus dem Goaßlschnalzerverein Bad Hofgastein begleiteten den Festzug.
Die Nassfelder Schafler sind stark vertreten. Sie haben ihre Schafe den Sommer über im Nassfeld. Im Herbst findet alljährlich der traditionelle - Schafabtrieb - im Nassfeld statt, dessen Ereignis auch gefeiert wird und dem auch sehr viele Gäste als Zuschauer beiwohnen. In diesem Jahr 2007 allerdings mussten wegen starken Schneefall die Schafe schon vorzeitig von der Alm herabgetrieben werden . . .
Die Harmonika war in Gastein immer schon stark vertreten, erlebt aber so scheint mir einen zunehmenden Aufwind. Kinder spielen hier die Knopfharmonika als wäre es mühelos erlernt und ganz einfach zu spielen. Ein großes Lob den ausgezeichneten Musikern . . .
Die Heilstollen-Mannschaft konnte eine original Lok noch aus dem Gasteiner Bergbau auf einen Wagen mitführen. Ein beeindruckendes Unterfangen. Musizieren ist natürlich Pflicht bei den Bergleuten, wie auch die Böcksteiner Knappenmusik eine langjährige Tradition pflegt.
Das Saumpferd diente im Gasteinertal dem Erztransport, war aber auch als Tragtier über die steilen Pfade der Alpen ein treuer Freund und Wegbegleiter des Menschen. Insbesondere im dichten Nebel war der Alpenübergang gefährlich. Typisch die Glockenrollen, die den Pferden umgeschnallt von weitem hören liesen - hier kommt ein Saumzug. Heute werden derartige "Schellen" beim - Krampusslauf - verwendet . . .
Schnaps und Ernte sind im harten Leben auf dem Land immer eins. Der Schnaps dient nicht nur der
Aufheiterung, sondern er war Energiespender bei der schweren Almarbeit und im Winter . . .
So ist auch die Schnapsbrennerei immer vertreten, wie auch der Heuwagen bzw. die Heumahder Leutl, die Getreidedrescher
und auch die Mostpresse.
Der Girschtenzaun-Wagen beweist, der Girschtenzaun ist noch nicht in Vergessenheit geraten. Die gespaltenen Hölzer, bei uns meist Lärchen - die sog. "Girschten" werden schräg geschichtet. Diese werden von den ebenfalls schräg stehenden Hölzern, den "Stecken" gehalten. Weiters werden Ringe eingebaut. Dabei werden dünne Fichtenäste über das Feuer gehalten, um sie biegsam und geschmeidig zu machen und um sie sogleich zu einem Ring zu flechten, die die Zaunstangen dann zusammenhalten.
Schuhmacher Stachl zeigt hier mit dem Schuhmacher-Wagen zahlreiche Schusterwerkzeuge und die dafür notwendigen Utensilien. Der Schuster, der einst aus Schweineleder "feste" Schuhe fertigte, die viele Jahre den Strapazen der harten Arbeit am Berg standhalten mussten, ist nicht mehr allzu häufig in Gastein, aber - es gibt ihn noch. Rindslederschuhe waren übrigens zu damaligen Zeiten nicht wirklich gefragt, denn das Leder ist wenig geschmeidig . . .
Der Schmied, der einst Eisen für Wagen und Pferd fertigte ist heute seiner Existenz beraubt. Waren es die Hufeisen, die den Hufen der Pferde angepasst werden mussten, waren es die hölzernen Wagenräder, die durch Metallbänder verstärkt wurden oder das Wagengestänge - es wird nicht mehr gebraucht so scheint es - der Schmied ist mit ihnen beinahe verschwunden . . .
Das Bäuerliche Handwerk war vielfältig wie vielseitig. Figuren wurden geschnitzt, die Stiele für Hammer, Hacke und Sapi zum Hoizn (Werkzeug zum Holzziehen) hergestellt, selbst Schindeln wurden früher selbst gefertigt. Schindlmacher gibt es allerdings im Gasteinertal keinen mehr - auch Zäune werden nur mehr selten nach alter Tradition aufgestellt, diese mussten dem Stacheldrahtzaun weichen. Die Stickerei hat allerdings immer noch Tradition, ebenso das Stricken von warmen Jacken, Socken etc. . . .
Der Trachtenverein Badgastein erfreut sich großer Beliebtheit und viele Kinder sind mit dabei. Die Kleidung des Bauern und der Bäuerin, des einstigen Bergmannes, des Bürger- und Ritterstandes zeigten damals strenge Regeln und es gibt sie bis heute - die "Gasteiner Tracht" . . .
Der Bäckerwirt-Stammtischwagen macht auf das lange Bestehen des Bäckerwirtsgut aufmerksam (seit 1412). Das alte Gasthaus in Bad Bruck, das Bäckerwirtsgut ist auch Endstation des langen und traditionsreichen Festumzuges.
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- Baumeister Franzmair |
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Ereignisse in Gastein - Erntedankfest
© 25.9.2007 by Anton Ernst Lafenthaler
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