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Steinböcke sind im Gasteinertal gar selten zu sehen aber wer viel in den Bergen unterwegs ist, abseits vom Tourismusstrom, kann schon in die glückliche Lage gelangen Steinböcke zu sehen. Sie sind im Gegensatz zu Gämsen wenig scheu und wer sich ruhig verhält, kann sie gut beobachten - bei Einhaltung des nötigen Respektabstandes versteht sich . . .
Sie bleiben stets über 2000 m und gehen bis 3500 m hinauf. Nur im Frühjahr kommen sie bis nahe an die Baumgrenze. Besonders im Sommer schätzen sie große Höhen, weil die Hitze dem Steinwild unangenehm ist; gegen starke Kälte hingegen sind sie gänzlich unempfindlich. Auch im Winter bevorzugen sie große Höhen, weil auf steilen Hängen, wo der Schnee leicht abrutscht leichter Futter zu finden und in großen Höhen die Sonne oft wärmer als im Tal ist.
Die Steinböcke sind in den Alpen im vergangenen Jahrhundert beinahe der Volksmedizin zum Opfer gefallen. Als wandelnde Apotheken mussten sie ihr Blut gegen Gallensteine (weil sich die Tiere im Gestein aufhalten) opfern und den Herzmuskel wegen des sogenannten Herzkreuzchens (verknöcherte Sehnen des Herzmuskels). Allerlei Wunder sollten diese bewirken. In Berchtesgaden gab es gar eigene Steinbock-Apotheken.
Die letzten Steinböcke die es noch gab, wurden im Gran Paradiso (nördlich von Turin)
gehalten, welcher seit 1854
Privatbesitz des Königs Emanuel II. war, welcher das Gehege streng bewachen ließ.
Steinböcke sind aber kaum in Gehegen zu halten und so wurden früher Hausziegen zu den
männlichen Steinböcken gesellt, weil die Wildgeißen immer wieder wegstarben.
Die Mischlinge solcher Kreuzungen sind zwar fruchtbar, aber alle Nachkommen,
die irgendwann in den Alpen ausgesetzt wurden sind über kurz oder lang umgekommen.
Da es reinblütige Steinböcke nur in Gran Paradiso gab und der Steinbock mittlerweile
ein italienisches
Monopol geworden ist, musste man die ersten reinblütigen Steinböcke aus Italien schmuggeln.
So soll es dazu gekommen sein, das im Wildpark Peter und Paul (nahe St.Gallen/Schweiz)
die ersten reinrassigen Steinböcke weitergezüchtet werden konnten.
Die ersten Steinböcke wurden dann 1911 in Graubünden ausgesetzt.
Alle heute noch lebenden Steinböcke stammen aus dieser Gegend.
Die Geißenrudeln sind unterschiedlich zusammengesetzt. Meist sind es Steingeißen
mit den Steinkitzen, ohne ältere Jungtiere.
Die Jungböcke verlassen im Alter von 2-4 Jahren den Rudel und schließen sich anderen
Bockverbänden an.
Ich konnte Mitte August 2002 im Gasteinertal einen Steinbockverband beobachten,
mit einen Alt-Bock, mehrere Geißen, zwei Jungsteinböcke sowie zwei Kitze, streng bewacht von der Muttergeiß.
Die älteren Jungtiere hielten sich immer etwas abseits auf.
Das Alter eine Steinbockes lässt sich an den Zuwachsringen des Gehörns erahnen;
einen sicheren Hinweis geben sie aber nicht.
Der einzige Feind des Steinbocks ist bei uns nur der Steinadler, welcher aber nur sehr junge Tiere
gefährlich werden kann und evtl. der - Weißkopfgeier -
der nicht selten versucht, die Kitze in den Abgrund zu treiben.
Wolf, Luchs oder Bär sind in den Alpen zu selten, als das sie den
Bestand des Steinbockes gefährden könnten. Durch ein lange bestandenes Jagdverbot
konnte der Bestand in den Alpen von 8.000 im Jahre 1970 auf 25.000 Tiere erhöht werden.
| Siehe auch die Seiten: |
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Gastein im Bild - Steinböcke
© 29.8.2005 by Anton Ernst Lafenthaler
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