![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Themenwahl | ||
| |||
Der Kern des Ortes Badgastein mit den Heilquellen gehörte (sehr wahrscheinlich schon
seit dem 11. Jh.) zum Pfarrwidum und teilweise auch zur Pfarrkirche Hofgastein.
Die Häuser rund um die Vikariatskirche stellten den Ortskern dar.
Dieser Ortskern mit der Preimskirche wird mit ihrer Umgebung um 1330 als - "ze Pad" genannt.
Die Thermen, welche dem westlichen Teil
des Reichebenberges mitten in Badgastein entspringen,
gaben dem Ort seinen ursprünglichen Namen - Wildbad Gastein.
Als politische Gemeinde Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Bezeichnung Wildbad-Böckstein offiziell.
Von 1906 - 1996 nannte sich die Gemeinde - Badgastein und seit 1. Jänner 1997
wurde die Schreibweise getrennt zu - Bad Gastein.
Seit 1991 führt die Gemeinde offiziell auch die Bezeichnung "Nationalparkgemeinde".
» Wildbad Gastein . Bad Gastein « |
||||||
In frühester Zeit waren es durchwegs Holzbauten. Die Bäder der Badehäuser lagen immer etwas tiefer, da man sonst von der Quelle her nicht das nötige Gefälle gehabt hätte. Typisch sind die vielen kleinen Badehütten unterhalb der "Straubinger Taverne" und unterhalb der Preimskirche. Über den Wasserfall führte schon sehr früh eine Holzbrücke. Die Preimskirche selbst war kleiner als heute und der Turm lag auf der Nordseite.
| Wildbad um 1800 |
| Wildbad um 1680 |
Da alle Salzburger Erzbischöfe jährlich nach Gastein kamen, um hier die Kur zu gebrauchen,
mussten auch sie die Unbequemlichkeiten der Straubingerhütte, ein
300jähriges Holzhaus, das in allen Fugen krachte, mit in Kauf nehmen.
Da ein Neubau für Straubinger nicht in Frage kam, musste sich wohl oder übel der Erzbischof selbst dazu entschließen,
ein modernes Haus in Bad Gastein zu errichten.
Erzbischof Hieronymus war 1780 als Kurgast in Spaa und entschloss sich, auch in Bad Gastein ein modernes Badehaus zu errichten.
Erst sollte es ein monumentaler Schlossbau werden, mit zwei kleinen Nebengebäuden, einem Traitteursaal und zwei Gasthäusern
im Viereck angeordnet, das eigentliche Bad in der Mitte.
Aber für solche Bauten fand sich in Gastein nicht der geeignete Platz, so dass dieses Projekt
zu einem erzbischöflichen, vergleichsweise "bescheidenen " Badeschloss zusammenschmolz.
Nun versicherte sich der Erzbischof noch des Thermalwassers, welches ihm Straubinger aus der oberen Quelle (Straubingerquelle)
abzulassen versprochen hatte, welche nun die Bezeichnung "Fürstenquelle", heute - Rudolfsquelle - erhielt.
Die Grundsteinlegung fand ohne Feierlichkeit am 9. September 1791 statt. Die Baukosten hatte die Hofkammer zu tragen.
Die Verrechnung besorgte das Bergverweseramt in Böckstein (Joh. Martin Harl), die Bauleitung der hochfürstliche Bauverwalter
Wolfgang Hagenauer, als verantwortlicher Baumeister fungierte der Salzburger Hofmaurermeister Georg Laschentzky,
der vermutlich auch die endgültigen Pläne geliefert hatte.
Infolge der Sparsamkeit des Bauherrn kam es lediglich zur Errichtung eines einstöckigen Gebäudes mit sieben Fensterachsen
und einem Mansardendach.
Die notwendigen Sprengarbeiten wurden von Pinzgauer Bergknappen vorgenommen, Kalk in Lafen gebrannt und die Ziegel in Harbach hergestellt.
Da das Schloss ausschließlich dem Kurgebrauch des Erzbischofes dienen sollte, wurde auch das Bad fürstlich ausgestaltet.
Es wurde ganz aus dunkelgrünem Serpentin (sogenannter Gasteiner Marmor) zusammengesetzt, welcher Stein aus Findlingen am
Breitenberg (oberhalb Bahnhof Hofgastein) gebrochen wurde. Die Einrichtung wurde sehr sparsam ausgestattet.
Das erste Stockwerk blieb zur Verfügung des Erzbischofs, während für die Dienerschaft die Mansarde vorgesehen war.
Erzbischof Hieronymus bezog es erstmalig im Herbst 1794 und wohnte in den Jahren 1794 bis 1800 alljährlich
während seines Kuraufenthaltes im Badeschloss. Dieser erste bedeutende Steinbau des Ortes bildete
einen wichtigen Markstein in der - Baugeschichte - Bad Gasteins.
» Hotel Straubinger KO 3+4 «
Bereits 1462 wird eine "Peunt" (Anwesen) und "Heilbrunn" auf dem "Mitternruck"
erwähnt. Gemeint ist damit der mittlere Fels-Rücken zwischen Wasserfall und dem Mühlgraben.
Die "Taverne am Mittereck", wie sie später hieß, wurde 1509 erbaut und 1839 abgebrochen,
um einem 1843 fertiggestellten großen Neubau, einem "Riesensteinbau" Platz zu machen.
Der gesamte Besitz gehörte seit 1600 der Familie Straubinger.
Vorher war die Straubingertaverne, ein drei geschoßiger Holzbau, mit mehreren,
darunter befindlichen Badehütten,
Der Mühlgraben links vom Straubinger und der Wasserfall rechts machte den Standort der Straubinger-Taverne
zu einer Fels-Insel, daher auch der alte Name "Mitter-Eck".
Als besondere Attraktion bot es zwanzig moderne Einzelbäder ("Solitärbäder"), im
Gegensatz zu allen anderen Häuser, in denen es nur Gemeinschaftsbäder gab.
Das Hotel Straubinger erlange 1865 Weltruf, als hier der "Gasteiner Vertrag" unterzeichnet wurde.
» Straubingerhütte «
Die aus Holz gezimmerte Straubingertaferne, die seit 1509 unverändert bestand, war erneuerungsbedürftig und so entschloß sich
Peter Straubinger im Jahre 1826, neben der alten hölzernen Straubingerhütte ein modernes Steinhaus zu errichten.
Als nun im Jahre 1839 die Straubingerhütte abgetragen wurde, verlor Gastein sein Symbol.
Die Straubingerhütte beherbergte Kaiser, Könige und fast alle regierenden Salzburger Erzbischöfe
von Leonhard von Keutschach bis Hieronymus Colloredo. Sie sah noch das goldene Gastein der Weitmoser und
vor ihr versammelten sich die aufständischen Bauern 1525, um gegen ihren Erzbischof Matthäus Lang ins Feld zu ziehen.
Das neue Hotel Straubinger, das an ihrer Stelle entstand, war aber auch Vorbote der neuen,
der kommenden Zeit.
Gleichzeitig entstand die neue Steinbrücke über den Wasserfall und die 70 Klafter lange Wandelbahn.
» Hotel Weismayr KO 41 «
Der preußische Generalfeldmarschall Provenchères erbaut im Jahre 1831
die "Villa Provenchères" im Wildbad Gastein,
kurz nachdem Erzherzog Johann sein Haus, welches nun dahinter lag, fertiggestellt hatte.
Erzherzog Johann soll sehr wütend gewesen sein, da man ihm die Aussicht verbaut hatte.
Gustav Weismayr kauft 1885 gemeinsam mit seiner Ehefrau die Villa Provenchères und baut
nach Abtragung des Objekts bis auf das Niveau der Reichsstraße das Hotel Weismayr in den Jahren
1886-1888 mit Bruchsteinmauerwerk
neu auf. Die Pläne stammen vom Architekten Josef Wessicken.
Im Jahr 1912 - 1913 Aufbau des dritten und vierten Stockwerks, sowie die Mansarde mit Ziegeln.
In den Jahren 1939 - 1945 wird das Hotel Weismayr als Lazarett genutzt. In den Jahren
1949 - 1953 ist es Sitz der Salzburger Hotelfachschule.
Seit 1954 wird das Gebäude als Hotel weitergeführt . . .
Die Besitzgeschichte des Hotel Weismayr ist auf der eigenen Homepage des derzeitigen Hotelinhabers
chronologisch dargestellt.
» Elisabethhof, Kurhaus Elisabethpark KO 83 «
Der Elisabethhof, später Elisabethpark wurde 1880 von Josef Wessicken für Alois Windischbauer geplant.
Gebaut wurde es 1885/86 von Baumeister Angelo Comini anstelle der alten Prälatur - ein Hotel mit mit 140 Zimmern.
Entstehungsgeschichte Historie: Auf den heutigen Platz des Hotels wurde erstmals 1218 das "Wildbachhäusl erwähnt,
später als Prälatur bekannt, weil ein hoher Prälat des öfteren dort logierte. Der itlaienische Graf Montecuculi,
erwarb um 1830 den Realbesitz und beute eine luxuriöse Sommervilla. Seine Witwe, eine Fürstin von Öttingen Wallerstein, verkaufte
den Besitz an Freiherrn von Hahn, der ihn wiederum an Aloys Windischbauer weiter veräußerte.
1882 erbaute er als Stammhaus das Bade- und Kurhotel Elisabethhof.
Seine Enkelin Auguste heiratete Baumeister Franz X. Franzmair, welcher einen der luxuriösesten Fremdenverkehrsbetriebe des
Gasteinertales und des Landes Salzburg (bis 1977) ausbaute.
» Kurkasino . Wandelbahn KO 93 «
Das Kurkasino wurde in den Jahren 1888/89 gebaut nach Plänen des Architekten Josef Wessicken.
Daran schließt die Wandelbahn an, die in den Jahren 1899 - 1901 errichtet wurde,
ebenfalls geplant von Wessicken und gebaut vom Baumeister Angelo Comini.
Das Gebäude wurde 1971 abgetragen und an deren Stelle ein Kurzentrum
im damals modernen Stil errichtet.
» Haus Austria KO 118 «
Dieses Hotel gehörte vorher zum Hotel Straubinger = Straubingers Hotel Austria.
Das Hotel Austria wurde unter der Bauleitung des Architekten Josef Wessicken in den Jahren 1897 - 1899 als 100-Zimmer-Hotel
für die Familie Straubinger gebaut. Ein Zubau erfolgte 1902.
» Sponfeldner KO 145 «
Auf einem Ölgemälde von A. Behrendson aus dem Jahre 1847 befindet sich am Platz des
heutigen Appartementhotel Sponfeldner bereits ein gemauertes Haus. Dieses Haus wurde in den Jahren 1906 - 1909 erbaut.
» Hotel de l'Europe KO 149 «
Das vom Linzer Dombaumeister Matthäus Schlager 1906 bis 1909 geplante und vom Bahnhofsrestaurateur
Viktor Sedlacek errichtete Grand Hotel de l`Europe zählte mit seinen zehn
Stockwerken einst zu den größten und modernsten Hotels der österreich-ungarischen Monarchie.
Neubau 1907 - 1909 (Spreng- und Bauarbeiten durch Baumeister Angelo Comini, Bauleitung: Matthäus Schlager).
Die Eröffnung des Hotels folgte am 29. Mai 1909.
Der gesamte Hotelkomplex steht seit 1980 unter Denkmalschutz.
Der Hotelbetrieb wurde Mitte der 1990er Jahre eingestellt und die Zimmer zu Ferienappartements umgestaltet.
Im prunkvoll ausgestatteten Erdgeschoss befindet sich das von der Casino Austria AG betriebene Casino
Bad Gastein.
» Villa Solitude KO 43 «
Johann Freiherr von Mesnil, eröffnet 1839 die "Solitude" und damit erstmals auch
eine "gehobene Gastronomie" in Gastein. Später gehörte das noble Gebäude Graf Lehndorff,
dem Generaladjutanten Kaiser Wilhelm I..
Für wohltätige Zwecke wurden hier auch Theaterveranstaltungen durchgeführt.
Fürst Bismarck lernte dort die Sängerin Paula Lucca kennen, die es in der Folge verstand,
in der Öffentlichkeit den Eindruck eines intimen Verhältnisses mit dem Kanzler vorzutäuschen,
was Bismarck sehr ärgerte.
Gräfin Lehndorf, geborene Gräfin Hahn, Gattin des Generaladjutanten Kaiser Wilhelms I.,
ließ auch Gottesdienste in ihrer Villa Solitude abhalten, bis zur Errichtung der Christophoruskapelle.
- heute: Villa Solitude - Kaiser-Franz-Josef-Straße
» Gasteinerhof KO 12 «
Neubau 1892/93 (geplant von L. Tischler); gebaut von Baumeister Angelo Comini
Alois Windischbauer als einer der erfolgreichsten Unternehmer in Gastein
errichtete nach dem Bau des Elisabethhofs in den Jahren 1893 - 1898
den Gasteinerhof, sein zweites Großhotel. Das Hotel wurde in der extremen Hanglage erbaut.
Die Entwürfe stammten von Ludwig Tischler aus Wien. Im Jahre 1905 kam das Cafe-Pavillon
durch Baumeister Franz Wagner hinzu.
Nach einem Brand wurde das Dach ausgebaut und ein neues Stockwerk aufgesetzt.
Im Jahre 1987 musste das Hotel geschlossen werden und war somit dem Verfall preisgegeben.
Im Oktober 2006 wurde das baufällige Gebäude zur Gänze abgetragen.
» Grabenbäckerwirt KO 13 «
Das Grabenbäcker Anwesen und gegenüber unterhalb der Preimskirche, die ehemalige "Untere Taverne"
des Graben Wirts ist auf einer Lithographie von Louis Waller (um 1820) dargestellt.
Bis Ende des 16. Jahrhunderts gehörten beide zusammen.
Als Grabenbäckerwirt wurde im Jahre 1493 dem Georg Främinger dort die Tavernen-Gerechtsame
unter der Bedingung verliehen, dass er dem Salzburger Erzbischof für seinen persönlichen
Gebrauch stets zwei Zimmer bereithalte, wie Prof. Dr. Fritz Gruber in seinem Buch "Gastuna" schreibt.
Ein Zubau erfolgte 1891 und 1912/13 durch Baumeister Angelo Comini. Leider ist das Gebäude heute dem Verfall preisgegeben.
Bei der Grabenbäckerquelle wurde eine Bronzenadel und bei der Elisabethquelle
eine Bronzemünze des Kaisers Trajan gefunden, die beweisen sollen,
dass den Römern die Quellen bekannt waren.
» Hotel Moser KO 16 «
Das Sanotel, vormals Hotel Moser liegt unterhalb der Preimskirche.
Zubau 1893 durch Baumeister Angelo Comini.
» Kaiserhof KO 121 «
Heinrich Hirt, der Sohn des Eisenbahnunternehmer Friedrich Hirt aus Dresden beschloss,
im März 1899 den Bau eines Großhotels an der Kaiserpromenade anzugehen.
Es entstand das Hotel Kaiserhof, wobei als Bauunternehmer Comini beauftragt wurde.
Die Fassade des Kaiserhofs wird von Neorenaissance- und Neobarockformen bestimmt.
Eröffnung des Kaiserhofes im Jahre 1901.
Zu den prominentesten Gästen zählten u. a. Erzherzog Karl Franz Josef, der spätere
letzte österreichische Kaiser Karl, König Georg von Sachsen und König Carol I. von Rumänien.
Gegen Ende des II. Weltkrieges diente der Kaiserhof als "Ausweichquartier" für das aus Berlin
geflüchtete deutsche Außenamt und ab Juli 1945 war das Hotel vier Monate von amerikanischen
Besatzungstruppen besetzt.
Die Sechziger- und Siebzigerjahre waren dann vom wirtschaftlichen Aufschwung geprägt.
In den Achzigerjahren kam das Hotel aber in die Krise und es folgten mehrere Besitzerwechsel.
1982 kaufte die Grand Hotel de’l Europe AG den Kaiserhof. Letztlich musste das Hotel aber 1992 endgültig
geschlossen werden und gleichzeitig verfielen auch die beiden dem Kaiserhof benachbarten Häuser,
die "Villa Marie" und das ehrwürdige Hotel "Germania".
Im Jahr 1995 kauft das Schweizer Touristikunternehmen Hapimag die Realitäten und revitalisierte den Kaiserhof.
» Erzherzog-Johann KO 90 «
Das Haus am Beginn der Erzherzog-Johann-Promenade wurde 2008/09 (?) renoviert.
gebaut wurde das Haus von Angelo Comini in den Jahren 1887-1889; ein Zubau erfolgte 1913.
» Restaurant Osswald «
Das Gebäude auf Höhe des ehemaligen "Stöckl", später Cafe-Restaurant Hofbauer bzw.
Restaurant Osswald wurde bereits vor dem Bahnbau errichtet.
Hier war während der Errichtung der Bahntrasse die Bauleitung untergebracht.
| Siehe weiter im Doku-Archiv zu diesem Thema:
- Die frühen Siedlungen im Wildbad Gastein - Bildgalerie - - Siedlungsgeschichte - Hofgastein - Markt |


Quellen: Die Informationen wurden teilweise der Schriftenreihe des Gasteiner Museums von Mag. Dr. Laurenz Krisch: "Die Geschichte des Kaiserhofes in Bad Gastein" und dem Buch "Gastein und seine Geschichte" von von S. Hinterseer / L. Krisch und dem Buch: "GASTUNA - Das alte Gastein" von Fritz Gruber, Verlag Rauter by HLP, 1993 - entnommen.
| Dokumentation : Themenwahl - | ![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
- Siedlungsgeschichte : Markt Hofgastein |
| Home | Suche | Inhaltsverzeichnis | Wanderwege | Geologie | Animalia | Plantae | Ökologie | Kunst & Kultur | Bild-Archiv |
Gastein im Bild - Dokumentation
Siedlungsgeschichte - Bad Gastein
© 26.5.2008 by Anton Ernst Lafenthaler
d-siedlba