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Sebastian Hinterseer beschreibt in seinem Buch "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins", dass die Besiedlung des Gasteinertales erst im 6./7. Jahrhundert erfolgt sei. Fritz Gruber schreibt im Buch " Gastuna " folgende Einleitung: "Das Tal gehörte geschlossen dem Stammesgeschlecht der Sighardinger und fiel nach deren Aussterben im Jahr 1218 an die Herzöge von Bayern. Diese verkauften die Provincia Gastuna an das Erzstift Salzburg. Menschen aber hinterließen schon in der Jungsteinzeit ihre Spuren im Gasteinertal, wie die - Ältesten Funde - im Gasteinertal beweisen.
Die Einwanderung fremder Völker hat nach 1000 v. Chr. das Gebiet stark entvölkert. Die Tätigkeiten im Kupferbergbau erloschen und die Siedler zogen ins Flachland zurück. Vielleicht sind einige aber auch im Gasteinertal verblieben . . .
» Gastein im Gau der Ambisontier «
Die jüngste Eisenzeit wird von dem Volke der Kelten beherrscht. Sie kamen von Westen,
die Donau abwärts vorstoßend und ergriffen Besitz von dem Gebiet der Ostalpen.
Die Römer nannten dies zugewanderten keltischen Stämme "Norische Taurisker"
und das Land, welche dies Tauernbewohner besiedelten "Norikum". Das Gebiet hatte schon eine Gauverfassung.
Das Gasteinertal lag im Gau der Ambisontier, wie die Einwohner der "Inneren Salzach" genannt wurden.
Die Gaue Norikums waren bereits unter Fürsten vereinigt, die sich selbst Könige nannten und von den
Römern auch so bezeichnet wurden.
» Römerwege über den Tauern «
Wie aus griechischen und römischen Aufzeichnungen bekannt, trieben die
Kelten oder Thaurisker schon seit Jahrhunderten mit den Römern Handel.
Der begehrte keltische "Stahl" gelangte schon damals in den römische Handel.
Norikum, seit 160 v. Chr. ein freundnachbarliches Königreich unter römischen Schutz,
wurde in der Folgezeit dem Römischen Reich angegliedert bzw. unterworfen.
Das direkte Eindringen in das Gebirge und der Anschluss Norikums
erfolgten 16 v. Chr. (Sieg über die Ambisonten). Die ursprüngliche Bevölkerung wird
romanisiert, die keltische Kultur und deren Religion wird die der Römer angepasst.
Neue Verkehrswege wurden geschaffen. Wie schon Karl Reißacher berichtet, sind
sichtbare Spuren eines alten Römerweges über den Korntauern zu finden, die sich später nach
wissenschaftlichen Untersuchungen von Lippert et. al.(siehe Buch "Hochalpine
Altstraßen im Raum Badgastein-Mallnitz" von Andreas Lippert)
als - Römerstraße - darstellen.
Jahrhunderte hindurch blieb bis zum Zerfall des Römischen Reiches 476 n. Chr. der
Raum unter römischen Einfluss.
» Völkerwanderung (Beginn 375 n. Chr.) «
Völker aus dem Osten (Goten, Vandalen und Hunnen) suchten günstigere Lebensbedingungen
und drangen nach Westen vor. Die noch römische Provinz Norikum konnten keinen Widerstand
entgegensetzen und die römische Bevölkerung zog sich nach Italien zurück.
Juvavum wurde von Attila zerstört (450 n. Chr.), und die Scharen Odoakers
vervollständigten die Verwüstungen (477 n.Chr.). Alte Siedler mögen sich in die Berge zurückgezogen
haben, in ein Gebiet, das vorerst von den Ankömmlingen schwer zugänglich und wenig verlockend erschien.
Nach der Gründung des Ostgotenreiches in Italien kam auch die Provinz Norikum unter ostgotische Herrschaft.
Nach dem Tode Theoderischs begann die eigentliche Periode der Zerstörung auch des römischen Norikums.
Erst die Klugheit und Waffengewalt von Theodoberth brachte das Land unter der Herrschaft der
merowingischen Frankenkönige (534 – 547 n.Chr.), das nunmehr den Namen Bojarien erhielt.
» Zeit der bajuwarischen Besiedlung «
Die fränkische Lehensverfassung brachten ein geregeltes Gemeinschaftswesen,
Ruhe und Sicherheit kehrte ein. Gaugrafen fungierten als Richter,
Edle und Freie und es gab bereits eine Regelung von landesherrlichen Abgaben wie Gilten,
Zehente, Mauten und dergleichen. Von der Besiedlung Salzburgs durch die Bajuwaren sind wir
nur sehr lückenhaft unterrichtet. Manche der römischen Nachkömmlinge mögen im Tale verblieben sein.
Reste germanischer Stämme nahmen Besitz im gesamten Voralpengebiet und drangen auch ins Gebirge ein.
Jahrhunderte hindurch hielt diese Besiedlung an und wuchsen zum bajuwarischen Stamm zusammen.
Auch zur Zeit der Wenden und Slawen (590 – 620 n. Chr.), welche südlich der Tauernkette im
Möll- und Drautale und in dem nach Osten offene Lungau und in den anschließenden Gebieten
sich zeitweise festsetzten, gewährte der Wall der Tauernkette natürlichen Schutz gegen ihre Streifzüge.
Ab 700 n.Chr. gründeten die Neusiedler große Meierhöfe und Weiler. Die Bayern waren schon
Christen, als sie unsere Gegenden betraten (Sage der Entdeckung der Heilquellen).
Quelle: " Bad Hofgstein und Geschichte Gasteins "
von Sebastian Hinterseer, 1977


Anmerkung: Die Informationen wurden auszugsweise dem Buch - "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" - von Sebastian Hinterseer, 1977 - entnommen. Die Textauszüge wurden hier teilweise unverändert wiedergegeben.
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Gastein im Bild - Dokumentation
Geschichte - Besiedlung Gasteins
© 2.1.2008 by Anton Ernst Lafenthaler
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